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2016 ... in the flow

Zwar ist das neue Jahr schon 15 Tage alt, trotzdem will ich einen kleinen Blick auf das vergangene werfen. Es war ein Jahr, welches sich wie der Durchstieg einer 5er Kletterroute anfühlte - es war kein großes Jahr, aber eines mit schönen Erlebnissen und Momenten. Und es verging gefühlsmäßig schnell. Natürlich stand auch 2016 ganz im Zeichen von Natur und Kletterei. Spontan machte ich im März ein paar Tage Wanderurlaub im Vogtland, an denen ich durch das Tal der Weißen Elster lief. Die letzte geplante Wanderung vom 30 km konnte ich jedoch auf Grund wirklich schlechten Wetters nicht machen, weshalb ich diese Strecke dann im Juni bei 30 Grad Hitze bewältigte. Das erste "Wander-Großereignis" des Jahres fand schon fast traditionell im Mai gemeinsam mit Johnny statt. Der Eifelsteig stand auf dem Programm, jedoch nur der erste Teil mit einer Länge von 200 km in acht Etappen. Der zweite, etwas kürzere Teil, wird im Mai dieses Jahres folgen. Die Tour führte uns durch viele verschi...

Hämmernde Beats und gleißendes Licht - Jean Michel Jarre in Frankfurt

Wooooow! Mit dem Alter wird man immer besser? Dass das durchaus stimmt, bewies gestern Abend Jean Michel Jarre in der Frankfurter Festhalle bei seinem ersten Deutschland-Konzert auf seiner "Electronica"-Tour. Für mich ist er nach wie vor einer der Besten. Ganz objektiv ist er einer der bedeutendsten Künstler der elektronischen Musik und hat viele der heute bekannten DJs und Künstler inspiriert - und inspiriert sie noch immer. Und er ist 68 Jahre alt. Verstaubte und langweilige Musik? Ganz im Gegenteil ... Schon das Betreten der großen Festhalle war nicht so, wie das sonst ist. Die Halle war dunkel und nur ein paar Scheinwerfer durchschnitten die nebelige Luft zur Musik von DJ Marco Grenier. Das Finden des richtigen Platzes war eine Herausforderung. Die Musik stimmte schon gut auf das ein, was da noch kommt. Man muss wissen, dass es bei Jarre-Konzerten üblicherweise keine "Vorgruppe" gibt. Aber an diesem Abend war alles anders. Donnernde, harte Schläge, die du...

Spätsommer im Piemont

Es ist nun schon vier Wochen her, dass wir die letzten wirklich heißen Tage dieses Jahres im italienischen Piemont verbrachten. Trotzdem möchte ich noch einmal auf diese Zeit zurückblicken. In Italien waren wir noch nie, zumindest nicht so richtig. Ein paar Grenzübertritte hatten wir in Kärnten, aber mit der berühmten italienischen Lebensart hatte das nichts zu tun. Diesmal sollte es nun der Lago Maggiore sein und die Wahl fiel auf die Stadt Verbania, genauer gesagt deren Ortsteil Suna. Die Anreise mit dem Auto an einem Montag war nicht so toll. Es sind nur knapp 500 km, allerdings fühlte sich die Fahrt wie eine Ewigkeit an. Das mag an dem schlechten Wetter und dem Stau vorm Gotthard-Tunnel gelegen haben. Raus aus dem Tunnel und alles war anders: Sonne. Man konnte nun endlich die Berge sehen, durch die wir schon die ganze Zeit gefahren sind und das Ziel war nahe. Endlich kam Urlaubsstimmung auf. Die letzten Kilometer ging es immer direkt am Ufer des Lago Maggiore entlang und nicht ...

200 Kilometer Eifelsteig und 1.210 Meter Elbsandsteingebirge

Drei Wochen Urlaub sind eigentlich eine lange Zeit. Für den, der aber Urlaub macht, kann es nie lang genug sein. So vergingen rückblickend die drei Wochen im Mai und Juni gefühlsmäßig doch recht schnell, zumal sie auch gut ausgefüllt waren. In den ersten beiden Wochen wanderte ich mit Johnny auf dem Eifelsteig. Eine solche Mehrtageswanderung ist schon fast Tradition. Einmal im Jahr geht's zusammen auf die Strecke. Da der Eifelsteig mehr als 300 km lang ist, entschieden wir uns für eine Aufteilung. So machten wir in diesem Jahr acht Etappen mit insgesamt ca. 200 km. Die restlichen sieben Etappen werden wir im kommenden Jahr erwandern. Los ging's in Aachen, einer Stadt, von der wir beide irgendwie mehr erwartet hätten. Ok, der Dom ist schon imposant und architektonisch beeindruckend. Auch der Weihrauch, der dort verbreitet wird, ist ein besonderer. Ansonsten machte die Stadt einen eher tristen Eindruck auf uns. Aber wir waren auch nicht auf große Städte eingestellt, so...

Ich versteh' nur Bahnhof

Heute las ich eine Meldung, in der es um den russischen "Weltraumbahnhof" geht. Klar, ich wusste, was gemeint ist und das weiß wohl auch jeder andere. Trotzdem wundere ich mich - und das nicht erst seit heute - warum viele Knotenpunkte, die irgendetwas mit Beförderung zu tun haben, als "Bahnhof" bezeichnet werden. Der klassische Bahnhof, also das Gebäude mit Bahnsteigen und Gleisen, hat etwas mit Zügen und EisenBAHN zu tun. Deswegen ist es ein "Bahnhof". Wenn nun aber keine Eisenbahnen, sondern Busse von einer überdachten Ansammlung von Bushaltestellen abfahren, dann ist das ein "Busbahnhof". Aber warum? Wir fahren doch in der Regel mit dem Bus und nicht mit der Busbahn. Also müsste es eigentlich "Bushof" heißen - in pragmatischer Analogie zum "Bahnhof". Richtig wäre diese Bezeichnung nur bei Haltestellen für den sog. "Spurbus", also einem spurgeführten Bus, der auch als Busbahn bezeichnet werden kann. Und nun no...

Turnbeutelvergesser - oder mein (einst gestörtes) Verhältnis zum Sport

Zehn Jahre Schule in der DDR - das waren 10 Jahre, in denen jede Woche zwei Stunden körperliche Ertüchtigung angeordnet wurden. Und schon damals empfand ich es wie heute, wenn ich zu irgend etwas gezwungen werde - es macht mir keinen Spaß. Dummerweise wurden die sportlichen Leistungen auch noch bewertet. Bewegung und Sport ist und war sicherlich gut, aber doch nicht auf Druck und Androhung von schlechten Noten? Egal, ich habe es über mich ergehen lassen und nur selten fand ich es toll. Ausreden gab es keine. 3.000 Meter rennen, Eisenkugeln durch die Luft schleudern oder über irgend welche Hindernisse springen - ich habe es schlicht gehasst. Juhu, Schule geschafft, jetzt Berufsausbildung. Auch da gab es Schule. Und Sport. Unser Sportlehrer war ein fieser Prolet, zumindest hat er anfangs diesen Eindruck gemacht. Aber ich war mit meiner sportlichen Abneigung nicht allein; ich lernte Johnny kennen, er ist heute mein bester Freund. Und zusammen waren wir stark und widersetzten uns dem pol...

Und schon wieder geht ein Jahr

In den letzten Tagen eines Jahres ist immer die Zeit für die Jahresrückblicke. In den sozialen Netzwerken können diese meist automatisch auf Knopfdruck erstellt werden. Ob und wen das ganze dann interessiert, weiß niemand. Ich schreibe meinen kleinen Rückblick von Hand - und ich weiß natürlich auch nicht, ob er für irgend jemand von Interesse ist. Egal! Melancholisch hat das neue Jahr begonnen und es wurde für mich zu einem der aktivsten Jahre. Ganz stark geprägt war es von meinem neuen Hobby: dem Sportklettern. Am Anfang stand nur eine Idee, dann kam ein Schnupperkurs, ein Grundlagenkurs und viel Üben. Dann ging's mit Coach sogar raus an den Fels und nun bin ich soweit, dass ich Überhänge im Vorstieg klettern kann. Auf diese Entwicklung bin ich wirklich stolz. Auch darauf, dass ich dieses sehr sportliche Hobby mit recht großem Ehrgeiz und Konsequenz betreibe. Es ist Herausforderung und Spaß zugleich. Und jeder Kletterer weiß: Man bezwingt nicht die Wand, sondern sich selbst! E...

Die 3.000er immer im Blick

Wie in den letzten beiden Jahren ging es auch in diesem Jahr wieder für ein paar Tage nach Österreich. Ziel war diesmal der kleine Ort Sölden im Ötztal. Im Winter ein Mekka für Ski- und Snowboardfans, im (Spät-)Sommer ist da eher nicht so viel los. Und das haben wir gegen Ende der dort verbrachten zehn Tage auch gespürt: Es wurde immer schwieriger, abends ein Lokal zu finden. Am letzten Tag mussten wir sogar in das Nachbardorf fahren, um nicht zu verhungern. Hier hat Sölden noch Potential - jedoch war das auch schon der einzige Kritikpunkt. Punkten kann die Gegend mit vielen imposanten Bergen, von denen viele locker über 3.000 Meter hoch sind. Einige davon mit einer weiß-gezuckerten Spitze. Hochgebirge also. Sölden liegt schon auf knapp 1.500 Meter, das ist höher als der Brocken im Harz. Und diese Landschaft musste natürlich erkundet werden! Nicht unvorbereitet war das Ziel des ersten Tages die Langtalereckhütte bei Obergurgl. Dies ist eine von drei Hütten der Sektion Karlsruhe ...

Mystische Wanderung am Michaelsberg

Wenn ich hier etwas über eine Wanderung schreibe, sind es ja normalerweise lange Strecken, die auch mal über mehrere Tage gehen. Gestern aber waren es nicht einmal fünf Kilometer - und trotzdem war es eine besondere Wanderung. Start war gegen 22:30 Uhr in Untergrombach/Bruchsal und Ziel war die Michaelskapelle auf dem gleichnamigen Berg. 22:30 Uhr? Ja genau! Was man früher auch schon gemacht hat, war ja schön - eine Nachtwanderung! Ausgerüstet mit Taschenlampen ging es also los, hinein in die Dunkelheit ... Die ersten Meter waren noch durch Straßenlaternen beleuchtet. Sehr schnell ging es dann in den Wald, der Weg war relativ breit und noch gut zu sehen. Das lag wohl auch an dem Mond, der ab und zu hinter den Wolken hervorkam. Je weiter wir uns vom Ort entfernten, umso ruhiger und dunkler wurde es. Nun ging es einen sehr schmalen, steilen Weg mit Treppen hinauf, das war spannend. Auf dem nächsten größeren Weg angekommen, ging es eine ganze Weile auf fast gleichbleibender Höhe ...

Drei Wochen Natur, Adrenalin und eine tolle Zeit

Schon sind sie wieder vorüber, die drei Wochen Urlaub. Und es waren sehr schöne Tage! In der ersten Woche ging es in den Harz. Ja, auch zum Wandern. So erklommen wir den sagenumwobenen Brocken auf einer 18 km langen, stetig bergauf führenden Tour . Nicht so anstrengend war die Wanderung entlang der Teufelsmauer , aber doch auch sehr mystisch. Doch der Harz kann noch mehr. Einmal entlang Deutschlands höchster Staumauer der Rappbode-Talsperre fliegen? Ein dünnes Stahlseil macht es möglich. Das war ziemlich aufregend, aber wunderschön. An der 43 Meter hohen Staumauer der Talsperre Wendefurth wiederum gibt es ein anderes Highlight. Die unbeteiligten Menschen, die zufällig da standen, meinten nur, ich sei wahnsinnig. Aber sie fieberten mit und es gab Applaus: Wallrunning. Heißt, die Staumauer nach unten laufen, und zwar vorwärts. Natürlich gesichert. Adrenalin pur und irgendwie war ich froh, als ich unten war. Ein interessantes Gefühl war es aber allemal und ich würde es wieder ...