Sonntag, 29. Juni 2014

DVD, iMac und Apple TV

Wenn mal wieder das Wetter die geplanten Outdoor-Aktivitäten vereitelt, gibt es ja noch viele andere Themen, mit denen man sich beschäftigen kann. Eines dieser Themen lässt mir schon längere Zeit keine Ruhe und die Überschrift des Posts deutet wohl auch an, dass dies keine Sache von zwei Stunden ist. Nachdem ich mich schon vor mehreren Jahren von meinen Musik-CDs verabschiedet habe, um diese in Apple-konformen Dateiformaten in iTunes bzw. über Apple TV zu hören, will ich das auch gern mit meinen DVDs tun. So einfach wie mit Musik ist das mit den Videos allerdings nicht ...

Es brauchte schon umfangreiche Recherchen im Internet und mehrere Versuchsreihen, bis ich die für mich optimale Lösung erarbeitet hatte. Einfach eine Software installieren, DVD einlegen und konvertieren lassen - ja so stellt man sich das vor. Doch was für eine Software nimmt man dafür? Die Bordmittel des iMacs helfen an dieser Stelle nicht weiter; man muss auf Konvertertools von Drittanbietern zurückgreifen. Und davon gibt es viele, darunter kostenlose und kostenpflichtige, die alle versprechen, das selbe zu tun: Konvertierung von DVDs in das Format für Apple TV. Doch was ist dabei das richtige Format? Mit Videodateien "mov" und "mp4" ist man im Normalfall gut beraten; die meisten dieser Tools liefern als Ergebnis ein mp4. Das ist toll - für Stereo-DVDs. Und was ist mit mehrkanaligem Dolby Digital oder gar DTS? Bei einer Konvertierung meiner DVDs will ich keinesfalls aus einem Surroundsound einen Stereoton erzeugen. Apple TV kann mehrkanaliges Dolby Digital, also muss es doch auch eine Möglichkeit geben, entsprechende Videodateien aus einer DVD zu erzeugen?!

Und genau hier versagen die meisten Konverter, selbst die kostenpflichtigen. Bei meinen Recherchen habe ich genau zwei Tools gefunden, die mehrkanaliges Audio können - beide sind kostenlos. Nachdem mir der Umgang mit "Handbrake" doch als zu unflexibel erschien, habe ich mich für "XMedia Recode" entschieden. Leider gibt es dies jedoch nicht für MacOS, sondern nur für Windows. Da ich aber auf meinem iMac noch immer Windows XP in einer Parallels 8-VM laufen habe (für mein Finanzprogramm), sehe ich das nicht als Einschränkung an.

XMedia Recode sieht auf den ersten Blick einfach aus, hat aber unzählige weitere Einstellungen, die Einfluss auf das Ergebnis nehmen. Hat man einmal die Optionen gesetzt, bleiben diese jedoch erhalten. Das Tool liest eine DVD (keine kopiergeschützten) oder einen VIDEO_TS-Ordner ein und zeigt die einzelnen Tracks mit Infos zu Video- und Audioformat an. Der zu konvertierende Track wird ausgewählt und über die Wahl eines Profils die Zieldatei definiert. Die Einstellungen des Profils können sehr spezifisch angepasst werden. Sehr schön finde ich die Möglichkeit, innerhalb eines Tracks die einzelnen Kapitel zu benennen. Gerade bei Konzert-DVDs gehen somit die Informationen, welcher Song gerade beginnt, nicht verloren. Die Kapitelnamen werden in der erzeugten Datei mit abgespeichert und dienen als lesbare Sprungmarken bei der Wiedergabe mit Apple TV.


Mehrkanaliges Dolby Digital bleibt so wie es ist, DTS wird zu Dolby Digital gewandelt, da Apple TV kein DTS wiedergeben kann. Dies stellt für mich aber keinen relevanten Qualitätsverlust dar. Das Ergebnis ist eine Datei mit der Endung "m4v", darin enthalten das Video im H.264/AVC-Format (Full HD) und Audio im AC3-Format. Diese Datei lässt sich problemlos in iTunes importieren; danach können wie gewohnt die Tags bearbeitet werden, um eine einigermaßen sinnvolle Ablagestruktur aufzubauen. Einziger Wermutstropfen: Die so erstellten Dateien können derzeit nicht in iTunes wiedergegeben werden. Jedoch ist das auch nicht mein Ziel, notfalls helfen hier andere Videoplayer, wie z.B. der Allrounder "VLC". Die Wiedergabe über Apple TV hingegen besticht durch eine sehr gute Bild- und Tonqualität, die sich von der DVD nicht unterscheidet.


Das Konvertieren einer DVD kann je nach Umfang selbst bei guter Rechenleistung schon mal 10 bis 14 Stunden dauern. Macht aber nichts, das läuft ja nebenbei. Allerdings brauchte ich nun mehr Speicher, um die Videodateien abzulegen. Also lagerte ich gleich meine gesamte iTunes-Mediathek auf eine 4 TB große externe Festplatte aus. Diese surrt kaum hörbar irgendwo in der Ecke und wird von mir bei Bedarf - aber regelmäßig - auf eine gleichgroße weitere Platte gesichert. Diese wiederum ist gegen Feuer und Diebstahl gesichert, denn es wäre unschön, wenn meine digitale Musik- und Videosammlung eines Tages nicht mehr existent wäre.