Samstag, 26. November 2011

Ein Abend im Zen-Dojo Karlsruhe

Schon lang hatte ich es mir vorgenommen. Gestern nun konnte ich einen Abend im Zen-Dojo Karlsruhe erleben. Seit einiger Zeit betreibe ich mehr oder weniger regelmäßig die Praxis des Zen, das Zazen. Das ist nichts weiter als in einer "typisch meditativen" Körperhaltung zu sitzen und zu versuchen, konzentriert den Geist zu befreien, damit dieser zum eigentlichen Ursprung zurückkommen kann. Das Zazen wird im Zen-Buddhismus praktiziert. In allen Linien des Buddhismus stellt die Meditation die zentrale Rolle dar; jedoch unterscheiden sich die Inhalte der Meditation voneinander. Beim Zazen ist der Kopf leer, man denkt an nichts.

Das klingt relativ einfach. Doch wer einmal versucht hat, ganz bewusst an nichts zu denken, weiß wie schwer das ist. Diese Form der Meditation kann sehr anstrengend sein - nicht nur für den Geist, sondern auch für den Körper. Unabdingbar ist eine korrekte Haltung: gekreuzte Beine (am besten im vollen Lotussitz), gerader Rücken, die Hände liegen vor dem Körper ineinander. Für ein paar Minuten mag man das gut aushalten können; längere Sitzungen fordern dem Körper hingegen viel ab.

Der gestrige Abend im Zen-Dojo begann mit einer knapp einstündigen Einführung in das Zazen und dem Verhalten im Dojo. Dojo ist der Raum oder klar abgegrenzte Teil eines Raumes, in dem das Zazen praktiziert und gelehrt wird. Hier gelten relativ strenge Regeln, wie man sich zu bewegen hat. So ist das Hineingehen in das Dojo und das Einnehmen seines Platzes klar vorgeschrieben. Die drei anderen Interessenten, die außer mir da waren, und ich fanden das alles sehr spannend. Weiterhin wurde uns auch das Kinhin erklärt, die Gehmeditation. Auch diese wird im Zen-Dojo praktiziert.

Bei der Einführung erfuhr ich, dass die Karlsruher Zen-Gemeinschaft nicht starr organisiert ist. Zwar gibt es einen Verein, der das Dojo betreut und die Übungen organisiert, jedoch kann jeder regelmäßig bzw. ständig  zu den Übungszeiten teilnehmen, ohne dass er dem Verein beitritt. Diese Zwanglosigkeit, die ja auch irgendwie für die Einfachheit des Zen steht, war mir sofort sympathisch.

Kurz vor 20 Uhr kamen nun noch ein paar andere dazu, die ganz offensichtlich sehr regelmäßig im Dojo sind. Man begrüßte sich wortlos nickend. Vom Treppenhaus klangen hölzerne Schläge, die zum Einnehmen eines Platzes aufforderten. Als alle bereit waren, erklang noch ein Ton von einer Klangschale und dann war Zazen angesagt - und zwar 35 Minuten lang. Es herrschte völlige Stille. Das war für mich sehr ungewohnt, denn es waren ja ca. zehn Personen im Raum - man hat sie kaum atmen gehört. Nach ungefähr der Hälfte der Zeit meldete sich mein Rücken, so dass ich meine Haltung etwas korrigieren musste. Ganz klar, es war anstrengend und ich hatte Befürchtungen, dass ich es nicht bis zum Ende durchstehen könnte. Beim Zazen zu Hause hätte ich einfach aufgehört - aber in der Gemeinschaft im Dojo will man die anderen natürlich nicht stören. Nach den 35 Minuten Zazen ertönten zwei Schläge von der Klangschale und läuteten das Kinhin ein. Die Gehmeditation dauerte nur fünf Minuten. Wieder ein Schlag und es folgten erneut 35 Minuten Zazen. Obwohl mein Rücken eigentlich am Limit war, fand ich die zweiten 35 Minuten nicht mehr so anstrengend. Trotzdem war ich froh, als mit zwei Schlägen das Zazen beendet wurde. Nun rezitierten einige ein Sutra; dies empfand ich als etwas befremdlich - war es doch das viele "Drumherum", was mich von der Praxis des tibetischen Buddhismus abschreckte. Aber gut, ganz ohne geht es dann wohl doch nicht. Nach dem Sutra erfolgten drei Verbeugungen und das Dojo wurde geordnet verlassen.

Für mich war der Abend ohne Frage eine große Erfahrung. Vor allem, weil ich mir bisher nicht wirklich vorstellen konnte, wie Zazen in der Gemeinschaft mit mehreren Personen praktiziert wird. Ich werde das Zazen wie bisher nach wie vor zu Hause durchführen, dem Dojo jedoch hin und wieder einen Besuch abstatten, um mit der Gemeinschaft zu üben.

Sonntag, 20. November 2011

Zwei Konzerte - ein kurzer Rückblick

Auch wenn es schon ein paar Tage her ist, so will ich noch über zwei Konzerte einige Worte verlieren. Leider bin ich nicht eher dazu gekommen, da ich derzeit beruflich sehr eingespannt bin.

Das erste Konzert ist das zweite Jarre-Konzert für mich in diesem Jahr, diesmal in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt am 09.11.2011. Dafür habe ich mir drei Tage Urlaub genommen und das gleich mit einem Besuch bei meinen Eltern verbunden. Eigentlich wollten sie ja auch mit zum Konzert und ich hatte drei Karten mit wirklich wunderbaren Sitzplätzen. Da es aber meiner Mutter nicht gut ging, bin ich allein von Meerane nach Erfurt gefahren (die beiden Karten habe ich ersetzt bekommen - ich hatte zum Glück eine Ticketversicherung abgeschlossen).

Schon die ca. 100 km Fahrt nach Erfurt auf der A4 war ein kleines Abenteuer, denn es war richtig dick Nebel. Irgendwann kam ich dann an der Messehalle an, parkte mein Auto und ging frierend in die Halle. Ein paar Butterbrezeln stärkten mich (es waren glaube drei oder vier) und dann ging ich auch schon zu meinem Platz. Was dann kam, kannte ich nun fast auswendig - immer der gleiche Ablauf. Es war aber schön, Monsieur Jarre ein weiteres Mal live zu erleben. Und er hatte sogar ein neues Instrument auf der Bühne, eine Art "Mini-Laserharfe", die er in verschiedenen Stücken einsetzte. Im Gegensatz zur großen Laserharfe arbeitete diese nicht nach den Prinzip der Strahlenreflektion, sondern der Unterbrechung. Allerdings sah man das Teil nur von den vorderen Plätzen aus (nein, das Bild zeigt die große Laserharfe ...).


Die Stimmung im Publikum war bei dem Konzert richtig mies. Nur sehr wenige (ich eingeschlossen) standen auf und machten irgendwie mit. Der Rest blieb sitzen und machte ein ernstes Gesicht. Wirklich schade. Aber ich genoss einfach das für mich letzte Jarre-Konzert in diesem Jahr.

Das zweite Konzert, von dem ich kurz berichten will, war dann zwei Tage später in Stuttgart. Erasure - einst meine Lieblingsband; doch auch heute höre ich sie noch sehr gerne. Auch wenn mir die Stücke vom neuen Album nicht wirklich gefallen; hier hat Erasure irgend etwas von ihrem Stil aufgegeben.

Auch auf dem Weg in den Hegelsaal der Liederhalle war es kalt und windig. Diesmal war ich aber nicht allein, Marco war auch mit dabei. Der Sall war relativ klein und es war klar, dass mit nicht wirklich vielen Leuten gerechnet wurde. Die großen Zeiten von Erasure sind halt leider vorbei. Doch zuvor gab es eine Sängerin aus Berlin, die nur mit ihrer Stimme und ihrer Akkustikgitarre das Publikum auf Betriebstemperatur bringen wollte. Einige hat sie wohl wirklich mitgezogen, doch ich fand es einfach grauslich. Sie sang nicht, nein, sie schrie. Und sie fand kein Ende. Nach gefühlten zehn Stücken und beginnendem Ohrenkrebs verabschiedete sie sich endlich. Auf der Bühne begannt nun wieder ein Gewerkel wo ich mich frage, ob man das nicht schon alles vor dem Konzert hätte tun können. Irgendwann gegen 21 Uhr gings dann endlich los. Und ich habe mich sehr gefreut, Andy und Vince wieder so lebendig sehen zu können.

Die Songauswahl war gelungen - viele bekannte Klassiker und einige Stücke vom neuen Album, die live gar nicht so schlecht rüberkamen. Andy machte zwischen den Stücken oft witzige Bemerkungen und er bemühte sich, komplett in Deutsch zu sprechen. Auch sah er besser aus als noch vor zwei Jahren. Leider ging das Konzert nicht so sehr lang, offenbar verlangt es einfach sehr viel von ihm ab.


Unübertroffen war die Stimmung. Scheinbar waren nur bekennende Erasure-Fans anwesend und das hörte man. Ich war über mich selbst erstaunt, wie textsicher ich doch bei allen Liedern war. Naja, wenn man so gefordert wird, ist man zu Höchstleistungen fähig ;-)  Marco hat es auch gefallen, obwohl er nicht so mitsingen konnte. Ob es das letzte Erasure-Konzert war, kann wohl niemand sagen. Ich hoffe, dass die Beiden noch einmal auf Tour gehen werden.

Bei beiden Konzerten habe ich die Kamera meines neuen iPhone 4s ausprobiert. Leider macht das Ding nur Fotos im Format 4:3 und auch die Schärfe ist nicht so toll. Naja, beim nächsten Konzert werde ich wieder meiner Lumix vertrauen.

Dienstag, 1. November 2011

Jean Michel Jarre in Frankfurt

Gestern Abend in der Festhalle der Main-Metropole: Fast ausverkauftes Haus für einen Mann - Jean Michel Jarre.

Bereits im Frühjahr letzten Jahres tourte er durch verschiedene Hallen Deutschland und auch in diesem Herbst ist er wieder hier. Ich wollte mir das natürlich nicht entgehen lassen, auch wenn ich ihn im letzten Jahr drei Mal live gesehen habe und auch wenn die Karte stolze 90 Euro kostet. Zu gespannt war ich auf die Änderungen der Setlist, die er ankündigte.

Wie auch damals kam er wieder vom hinteren Bereich der Halle nach vorn auf die Bühne und lief an den Besuchern vorbei. Und wie damals in Leipzig kam er an mir vorbei und begrüßte auch mich mit Handschlag.


Bühnenbild und Licht/Laser waren so wie im letzten Jahr, ich denke da nur an den überdimensionalen imaginären Synthesizer bei Equinoxe 6, an die schönen Laser bei Equinoxe 4, an die Live-Kameraeinspielungen bei einigen Stücken usw. Der Sound war ganz ordentlich, auch wenn meiner Meinung nach am Anfang fast etwas zu laut. Bei seinen Klangexperimenten erreichte er oftmals Frequenzen, die im Bereich der Eigenresonanz meines Körpers lagen - das ging dann schon richtig durch die Knochen.


Und die Änderungen an der Setlist? Es gab on der Tat welche, auch wenn diese auf Kosten einiger schöner Stücke gingen, z.B. Magnetic Fields 1, Chronologie 6 und Industrial Revolution 2. Dafür gab es aber Entschädigung: Chronologie 1, was leider irgendwo mittendrin gespielt wurde anstatt es als Opener zu verwendet (in meinen Augen ist es DER perfeke Opener für eine Show), Industrial Revolution 3 und in der Zugabe Teo & Tea und Vintage. Spätestens bei diesen beiden Stücken im Techno-Style tobten die Besucher und waren mittendrin. Denn anders als bisher durften ab dem zweiten Drittel des Konzerts die feiernden Menschen bis vor zur Bühne - niemand musste mehr auf seinen Plätzen bleiben. Wahrscheinlich ein Albtraum für die Security ...


Begleitet wurde er von Francis, Claude und Jerome und gerade letzterer hatte sichtliche Freude daran, die Melodien mit kleinen Spielereien zu spicken.

Nächste Woche werde ich das gleiche dann noch einmal erleben - in Erfurt :-)

Dienstag, 18. Oktober 2011

POND-Spacenight und Herbstsonne in Dresden

Vergangenes Wochenende meinte es das Wetter ausgesprochen gut mit uns - Sonne satt über Dresden. Und es gab einen oder auch mehrere Gründe, in die sächsisches Landeshauptstadt zu reisen ...

Für Freitag Abend war nach langer Zeit mal wieder ein Konzert von POND angesagt. Da Wolfgang "Paule" Fuchs aber lieber in den neuen Bundesländern unterwegs ist und sich das Theater "Wechselbad" in Dresden ausgesucht hat, blieb mir nichts anderes übrig, als die Reise anzutreten. Schließlich wollte ich ihn nach 15 Jahren endlich wieder einmal live sehen! Da bot sich doch die Gelegenheit, dies zusammen mit Johnny zu erleben, denn auf den beiden POND-Konzerten von 1990 und 1996 waren wir gemeinsam.

Sehr gespannt gingen wir in das Theater und waren überrascht, welche Promotion aufgefahren wurde: CDs, DVDs, Plakate, ... Das kannte ich bisher nicht von POND, hat aber einen guten Eindruck gemacht. Der Saal war relativ klein und die Sitzreihen eng, aber irgendwie stimmte das Ambiete. Auf der Bühne ein sichtlich gelassener und routinierter Paule, dem man ansah, dass er Spaß bei seiner Arbeit hatte. Die Musikauswahl war für meinen Geschmack nicht hundertprozentig perfekt, zeigte aber einen sehr guten Querschnitt. So machte das Stück "Twin Towers Tragedy" die zuvor aufgebaute spacige Atmosphäre kaputt. Dies bestätigte mir im Nachhinein auch der Produzent der Spacenight auf Facebook. Erstaunt war ich über "Largo", ein getragenes, kraftvolles Stück mit klassischen Wurzeln - eines meiner Lieblingsstücke von POND. Die Sounds waren POND-typisch und klangen schön analog; ganz toll waren auch seine Klangexperimente bei "Planetenwind". Zur Musik gab es Licht- und Lasereffekte und auf der großen Leinwand hinter der Bühne gab es großartige Videosequenzen zu sehen. Für die Zugaben ließ sich der Meister nicht lang bitten und hier war er in seinem Element. Mit Leichtigkeit gingen ihm die Melodien aus den Fingern. Nach knapp zwei Stunden war der Abend zu Ende. Nachhaltig bleibt das Erlebte allemal: schöne Musik, tolle visuelle Effekte und ein sehr sympathischer Paule POND!


Den Samstag nutzten wir für einen Besuch im "asisi-Panometer", einem ehemaligen Gasometer. Hier wurde die Stadtansicht von Dresden zur Barockzeit gezeigt. Ein sehr beeindruckendes Panorama, das einem schon mal die Sinne vernebelte.


Danach musste die Sonne einfach genutzt werden. Johnny schlug einen Ausflug zum Schloss Pillnitz vor. Hier spazierten wir gemütlich durch die Parkanlagen - ich weiß, ich hätte eine Idee langsamer laufen sollen :-) Auf der Rückfahrt hielten wir in Loschwitz am berühmten "Blauen Wunder" und fuhren mit der ältesten Schwebebahn der Welt (!) hinauf nach Oberloschwitz. Von dort aus genossen wir einen grandiosen Blick über Dresden, bevor wir auf den gegenüberliegenden Berg zum "Weißen Hirsch" wanderten. Die Höhenunterschiede kann man dabei leicht unterschätzen. Dort machten wir den "Roten Kakadu" ausfindig, den es in dieser Form nicht mehr gibt. Die Tanzbar im Parkhotel war die Kulisse zum gleichnamigen Film. Und wie der Zufall will, stand dort die Tür offen und wir hatten Gelegenheit, uns das Gebäude auch von innen anzusehen.


Der Abend wurde mit einem Essen beim Vietnamesen eingeläutet, welches uns verdauungstechnisch ziemlich zusetzte. Noch ein Spaziergang durch das nächtliche und mittlerweile kalte Dresden auf das andere Elbufer nach Neustadt und ein Absacker in der Hotelbar des "ANDOR EUROPA" ließen die beiden schönen Tage in Dresden ausklingen.

Sonntag, 18. September 2011

Mal wieder Urlaub im Harz

Wie auch schon 2008 ging's im Spätsommer diesen Jahres für eine Woche in den Harz. Und was 2008 leider etwas zu kurz kam, sollte dieses Jahr doch etwas ausgiebiger genossen werden: das Wandern durch diese tolle Landschaft.


Die Anreise am Sonntag verlief problemlos. Im Hotel in Wernigerode gab es jedoch eine Enttäuschung: das Zimmer war winzig und es gab noch nicht einmal einen Schrank, um die Koffer auszupacken. Das sah bei der Buchung im Internet alles ganz anders aus. Also erst einmal beschweren und fragen, was das soll. Man zeigte sich einsichtig und bat um etwas Zeit, um Alternativen zu prüfen. In der Zwischenzeit versuchten wir, ein anderes Hotel zu bekommen, was sich jedoch als aussichtlos herausstellte. Dann gab es eine Lösung: die erste Nacht in dem kleinen Zimmer musste sein, dafür bekamen wir aber ab dem nächsten Tag eine Ferienwohnung für nur 10 EUR mehr pro Tag. Gut, so haben wir das dann auch gemacht un der Urlaub war gerettet.

Wir teilten uns die Tage bis Samstag ganz ausgeglichen ein: mal schöne Wandertouren und mal Bummeln durch Städte, ohne große Anstrengungen. Jeden Tag ging es abends in die Stadt, auch wenn Wernigerode nach 20 Uhr praktisch tot war. Kulinarisches Highlight war für mich ein Crepes-Bistro. Nein, das hat nicht viel mit den Crepes zu tun, die man vom Weihnachtsmarkt kennt. Es gab da richtig herzhafte im italienischen, asiatischen oder französischem Stil. Sehr lecker! Nach dem Essen gab's meistens noch ein Eis und danach ging's an den Bahnhof der Schmalspurbahn, um noch etwas Dampflokduft zu schnuppern ;-) Dieses Mal sind wir jedoch nicht mit der Schmalspurbahn gefahren. Die einzige Bahn war eine Bergwerksbahn in Goslar.

Ein für mich - im wahrsten Sinne des Wortes - kleiner technischer Höhepunkt war der Besuch des Harzplanetariums Wernigerode. Es ist ein kleines Planetarium mit nur einer Vorführung in der Woche. Es stammt aus dem Jahr 1972, der Projektor ist ein "ZKP 1" mit alter Projektionstechnik; die Steuerung wurde aber offenbar etwas modernisiert. Die Vorführung selbst war live, sehr improvisiert und fachlich auch nicht ganz korrekt (die Plejaden liegen nicht im Sternbild Löwe, sondern Stier!). Inhaltlich fühlte ich mich 30 Jahre zurückversetzt. Naja, es hatte Charme.

Sehr interessant war auch der Besuch des Erzbergwerkes "Rammelsberg" in Goslar. Hier nahmen wir an zwei Führungen teil. Bei der einen konnten wir die ehemaligen Wassersysteme im Berg bestaunen; im Berg baute man damals riesige Wasserräder zum Antrieb von sog. Wasserkünsten, also Gestänge und Hebeeinrichtungen. Bei der zweiten Führung fuhren wir mit der Bahn in das Bergwerk ein und es wurden uns die moderneren Abbautechniken des 20. Jahrhunderts erklärt.


Am schönsten aber waren die ausgedehnten Wanderungen - und dafür hatten wir optimales Wetter. Eine Strecke führte uns vom Hexentanzplatz bei Thale hinab ins Bodetal nach Treseburg und von dort aus immer entlang der Bode zurück nach Thale. Das waren ca. 15 km mit einem nicht zu unterschätzenden Höhenunterschied. Die zweite Tour bei Ilsenburg war nur etwas kürzer, landschaftliche aber genauso eindrucksvoll.


Auch für mich als Gedankenstütze hier unsere Unternehmungen:

Sonntag: Anreise
Montag: Stadtbummel in Quedlinburg und Halberstadt, Miniaturen- und Bürgerpark Wernigerode, Harzplanetarium Wernigerode
Dienstag: Wanderung Hexentanzplatz-Bodetal
Mittwoch: Josephskreuz bei Stolberg, Baumann-Höhle in Rübeland, Schloss Wernigerode
Donnerstag: Wanderung bei Ilsenburg
Freitag: Erzbergwerk "Rammelsberg" und Stadtbummel in Goslar, Rappbode-Talsperre
Samstag: Rückfahrt

Sonntag, 24. Juli 2011

Jubiläumskonzert in der KlangOase im Mannheimer Luisenpark

Eher spontan haben wir uns gestern Abend auf den Weg nach Mannheim gemacht, um wieder einmal dem Luisenpark einen Besuch abzustatten. Normalerweise tun wir sowas nachmittags und vor allem bei Sonnenschein. Doch es gab einen besonderen Grund: Die KlangOase im Mannheimer Luisengarten feierte ihr 15jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass gab der Mannheimer Musiker Peter Seiler, der neben der Musik für die KlangOase auch Musik für das Mannheimer Planetarium macht, ein OpenAir-Konzert. Ich habe ihn vorher noch nie live gesehen und war also sehr gespannt.

Die KlangOase war sehr schön eingerichtet, es gab etwas zu Essen und zu Trinken und als wir ankamen, waren schon recht viele Leute dort. Wir suchten uns zwei schöne Liegestühle aus und warteten auf das, was da kommt. In der Zwischenzeit wurde Licht und Laser eingerichtet, was auch ganz interessant war. Plötzlich sprach uns ein freundlicher Herr an und meinte, dass die Liegestühle, auf denen wir sitzen, extra kosten. Naja wir haben uns auch schon gewundert, warum wir die einzigen waren, die diese Liegestühle hatten. Also zahlten wir jeder noch 15 Euro extra (zu dem regulären Eintritt von 15 Euro), denn die Plätze wollten wir nicht hergeben. Das Verrückte daran: Mit dieser "VIP-Karte" hat jeder noch die Doppel-CD "Best of KlangOase" bekommen, die im Einzelverkauf 20 Euro kostet. Also hatten wir super Plätze sowie eine CD und am Ende noch Geld gespart.

Nun ging das Konzert mit einem Piano-Stück los - sehr schön! Peter Seiler begrüßte das Publikum und freute sich, dass es zwar kühl und windig ist, aber nicht regnet. Es folgten zwei weitere Piano-Stücke und dann - Regen! Das Konzert musste unterbrochen und die Technik abgedeckt werden. Nun haben alle gehofft, dass es bald mit dem Wasser von oben aufhört. In der Zwischenzeit setzte sich eine Dame mit ihrem Stuhl zu uns und wir erzählten ein wenig.

Nach ca. 15 Minuten hat es dann aufgehört zu regnen uns das Konzert ging weiter. Zunächst noch ein paar ruhigere Stücke bis zu einer Pause, denn dann wurden die Laser wieder eingerichtet. Nun ging es mit der Lasershow und etwas rhytmischeren Stücken weiter. Es gab Verstärkung von einem Schlagzeuger und einem Gitarristen. Kurz nach Beginn des dritten Stückes "Journey to nowhere" war mit einem Schlag alles dunkel und still - der Strom war weg. Wer nun nicht anfing zu lachen, war selber schuld. Es dauerte eine Weile, bis alles wieder richtig lief. Der Schlagzeuger füllte diese Zeit mit einigen Improvisationen.

Nun konnte es eigentlich weitergehen, Peter Seiler richtete noch ein paar Worte an das tapfere Publikum und die tollen Helfer. Dann plötzlich waren Böller von einem in der Nähe stattfindenden Feuerwerk zu hören - gesehen hat man es aber nicht. Aber es ging trotzdem weiter, schließlich wurde es immer später und damit immer kälter. Bis zum Ende des Konzertes gab es keine Zwischenfälle mehr ;-)

Trotz Regen, Wind, Kälte, Stromausfall und Feuerwerksböller war es ein sehr schönes Konzert und für mich die erste Gelegenheit, Peter Seiler live zu sehen und zu hören. Seine Musik kenne ich schon länger und nun weiß ich, dass dahinter ein sympathischer und humorvoller echter Mannheimer steckt!

Dienstag, 5. Juli 2011

Es war einmal .... ein Bahnhof

Bei meinem letzten Kurzbesuch in meiner Heimatstadt Meerane schaute ich mir mal das an, was vom Bahnhof und den Bahnanlagen übrig geblieben ist. Die Deutsche Bahn AG gestaltet den Streckenabschnitt durch Meerane komplett neu und tauscht Gleise und Oberleitungen aus. Das ganze passiert im Rahmen des Ausbaus der "Mitte-Deutschland-Verbindung". Es ist ein ziemlich großes Vorhaben und hinterlässt Spuren.


Hier stand mal eine Brücke: Die Straße überquerte die Bahnanlagen. Nach mehr als 30 Jahren wird sie durch eine neue ersetzt:

Im linken hinteren Bereich stand das Bahnhofsgebäude. Da es nicht mehr genutzt wurde, ist es verfallen und wurde abgerissen. Nun soll ein "moderner Haltepunkt" an die Stelle kommen - Standard so wie überall, nichts mehr Individuelles:

Hier kommen wieder Gleise und Oberleitungen hin (Strecke Richtung Gößnitz):

Samstag, 2. Juli 2011

Nach langer Zeit ...

... will ich mal wieder etwas hier schreiben. Seit meinem letzten Blogeintrag sind drei Monate vergangen. In diesen drei Monaten sind nicht wirklich aufregende Dinge passiert - es war einfach nur das Leben.

Im Mai waren wir wieder für ein paar Tage in Mitteldeutschland, was fast schon zur Tradition geworden ist. Unser "Hauptquartier" schlugen wir wie immer in meinem geliebten Jena auf. Von dort machten wir dann Ausflüge z.B. nach Leipzig oder Erfurt, was wir ja schon kennen. Zum ersten Mal erkundeten wir das Mühltal bei Eisenberg und die kleine Stadt Bad Dürrenberg mit dem schönen Gradierwerk.



In Leipzig schauten wir in der "Media-City" des MDR vorbei und wir hatten Glück - es wurde gerade für "In aller Freundschaft" gedreht. Und plötzlich standen wir irgendwie neben "Dr. Brentano" :-)

Einen neuen Absinth habe ich in Erfurt erstanden. Im dortigen Absinth-Laden hatte ich ein nettes Gespräch mit der Inhaberin und es wäre unhöflich gewesen, wenn ich nicht eine Flasche der mir empfohlenen Hausmarke "Sui Generis" gekauft hätte. Und das Tröpfchen ist lecker, wirklich!

Ein weniger schönes Erlebnis hatte ich letzte Woche, als ich zum Meeting bei einer Partnerfirma in Dresden war. Am Abend sackte plötzlich mein Kreislauf ab, so dass ich der Länge nach auf das Kopfsteinpflaster fiel. Die Folge war eine drei Zentimeter lange Platzwunde auf der Stirn, die im Krankenhaus genäht werden musste. Aber seit gestern sind die Fäden raus und es sieht ganz gut aus :-)

Musikalisch gab es gestern Abend ein Highlight, was ich jedoch nur im Fernsehen verfolgen konnte: Der für mich nach wie vor größte und genialste Musiker aller Zeiten gab in Monaco ein zweistündiges Open Air-Konzert, so wie man es von ihm kennt. Die Stücke schön arrangiert und endlich mal wieder Chronologie 4 live gespielt - das habe ich auf der Tour im letzten Jahr vermisst. Auch "Vintage" aus seinem Techno-Album "Téo & Téa" gabs live - sehr schön! Nun freue ich mich schon auf die anstehenden Konzerte im Herbst!



Heute Abend gehts dann auf eine Geburtstagsfeier. Mal schauen, ob das Wetter mitspielt.

So, das waren zusammengefasst die vergangenen drei Monate - sicherlich nicht vollständig. Aber die Dinge kamen mir eben in den Sinn :-)

Sonntag, 3. April 2011

Die Diva des deutschen Schlagers in Mannheim

Ich würde uns nicht als Fans von Marianne Rosenberg bezeichnen, aber hin und wieder kann man sich ihre alten Lieder gerne anhören. So auch gestern Abend im Capitol in Mannheim, welches übrigens brechend voll war. Ich habe mich auf das Konzert gefreut, denn als sie vor drei Jahren bei unserer Firmen-Gala auftrat, war ich sehr überrascht, welche Stimmung die Mittfünfzigerin verbreiten kann.

Nun gut, die Stimmung gestern war nicht ganz so toll, denn es kamen viele Stücke von ihrem neuen Album - und die waren gewöhnungsbedürftig. Mir persönlich haben einige alte Klassiker gefehlt; dem restlichen Publikum offenbar auch. Die Mischung der Titel war auch nicht besonders gelungen: Ein schnelles Stück - ein langsames Stück - ein schnelles Stück - ein langsames Stück usw. Klar dass da keine richtig wirklich gute Stimmung kam.

Ob die Gute gestern nur einen schlechten Tag hatte oder immer so drauf ist, weiß man nicht. Denn sie hätte gut und gerne - was den Ausdruck ihres Gesichtes betraf - mit unserer Bundeskanzlerin konkurrieren können. Die Mundwinkel bis an die Füße nach unten und gelächelt hat sie nur selten. Nicht nur das machte es schwer, einige gute Fotos zu machen. Der zweite Hinderungsgrund war die Beleuchtung. Es gab keinen Scheinwerfer, der so wirklich von hinten auf die Bühne strahlte - im Gegenteil, man arbeitete sehr viel mit Gegenlicht für das Publikum. Über die Gründe kann man nur Vermutungen anstellen: Entweder würde man sonst ihre Falten besser erkennen können oder die Hitze der Strahler hätte ihr MakeUp verdampfen lassen.

Doch nun zu einer Überraschung - zumindest für mich. Die Gnädigste hatte eine dreiköpfige Band im Gepäck: Einen Keyboarder, einen Gitarristen und einen Drummer. Zuerst nahm ich die gar nicht richtig wahr, doch dann fiel mir der Drummer auf. Ich dachte, dass er irgendwie wie Cliff Hewitt aussieht, der bei den Schiller-Konzerten die E-Drums spielt. Seine Mimik und auch die Art, wie er trommelte, erinnerten mich sehr stark an ihn. Dann schaute ich noch genauer hin und legte für mich fest, dass dies nur Cliff Hewitt sein konnte! Nachdem ich beschloss, dass der Drummer auch Gastmusiker bei Schiller ist, schaute ich auf den Gitarristen. Und nur ganz kurz kam es mir in den Sinn, dass er wie Mickey Meinert aussieht. Aber den Gedanken verworf ich sofort wieder. Zwei Schiller-Musiker bei Marianne Rosenberg - das kann ja wohl nicht sein. Kurz vor Ende des Konzertes stelte sie dann ihre Band vor. Es war Cliff Hewitt. Und es war auch Mickey Meinert. Nun nahm das Konzert für mich ganz andere Dimensionen an :-)

Nach zwei Zugaben war es dann vorbei - gut zwei Stunden hat sie für uns gesungen. Danach gins hinaus in die laue Mannheimer Vor-Sommernacht ...




Donnerstag, 10. Februar 2011

Tiere essen?

Was ich als Selbstexperiment begonnen habe, ist in kurzer Zeit für mich zur Selbstverständlichkeit und Lebenseinstellung geworden: Der Verzicht auf Fleisch - oder drastischer - tote Tiere.

Schon seit meiner Kindheit bin ich ein ausgesprochener Tierfreund und in den letzten Jahren entwickelte sich dies zum aktiven Engagement für den Tierschutz. Der Tierschutz hat dabei viele Facetten, sei es nun die Quälerei bei unnötigen Tierversuchen oder aber die industrielle Massentierhaltung. Die meisten Menschen denken, dass sie als einzelne Person nichts dagegen tun können und schauen lieber weg. Andere wollen von dem Thema gar nichts wissen. Wenn man sich nun aber für den Tierschutz engagiert, sieht man, wie viele Möglichkeiten es gibt, Veränderungen zu bewirken. Zwangsläufig kommt man dabei auf das Thema "Tiere essen".

Warum soll ein Tier sterben, nur damit ich meinen Appetit stillen kann (von Hunger kann in unserer westlichen Welt eh keine Rede sein)? Wo kommen denn die Tiere her und vor allem, wie haben sie gelebt? Wenn man Berichte über Schlachthöfe (sog. "Fleischfabriken") liest, kann es einem nur schlecht werden. Nicht wegen den hygienischen Zuständen, nein, sondern vielmehr wegen dem unendlichen Leid der Tiere - Mitgeschöpfe, mit denen wir diesen Planeten teilen. Ich will hier auf Details verzichten, denn jeder kann sich im Internet selbst davon ein Bild machen.

Für mich persönlich ist es ein Verbrechen an der Natur, wie hier der Mensch handelt (wie bei so vielen anderen Dingen auch). Daher habe ich vor einiger Zeit entschieden, meinen Konsum von Fleisch und Wurst Stück für Stück zu reduzieren. Doch diese Ernährungsumstellung erfolgte viel schneller als ich dachte - ich habe sofort darauf verzichtet. Und wie geht es mir dabei? Sehr gut! Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass man fleischlos sehr gut leben kann - wenn nicht sogar gesünder, wenn man an Themen wie "Gammelfleisch", "Stopfleber" oder "Antibiotika" denkt. Der körperliche Faktor ist das eine. Doch auch mein Kopf ist viel unbeschwerter, wenn ich nun esse: Wegen mir soll kein Tier mehr sterben!

Bis jetzt konnte ich die vegetarische Ernährung konsequent umsetzen. Es wird aber sicher Siutationen geben, in denen ich z.B. von einer frischen Thüringer Bratwurst verlockt werde. Ich bin gespannt, wie ich damit umgehen werde ...

Und was ist mit Fisch? Diejenigen die mich kennen wissen: Fisch esse ist nicht! Und das war schon immer so.

Montag, 7. Februar 2011

Besuch in einem privaten Technikmuseum

Eher durch Zufall bin ich auf die Homepage von Herrn Richard Wirbatz aus Elsenz gestoßen. Herr Wirbatz betreibt in seinem Haus ein privates Technikmuseum. Nun bin ich nicht derjenige, der Museumsbesuche in seinem Blog erwähnt - aber dieser Besuch ist es mir sehr wert.

Sehr freundlich wurden wir von ihm und seiner Frau in seinem schönen Einfamilienhaus begrüßt und dann ging es auch schon die Stufen hinab in den Keller. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Vielzahl an Uhren vorbei, von denen uns Herr Wirbatz einige ganz besondere Exemplare detailliert vorstellte. Und dann waren wir mittendrin in einem Reich: Fotoapparate, Kameras, Glühlampen, Messgeräte, medizinische Geräte, Grammophone, Radios und einige Experimentalaufbauten für Anschauungszwecke. Einige Exponate führte er uns vor, zu anderen gab es spannende Geschichten zu erzählen. Nun bin ich selber technisch nicht ganz unbedarft - aber Herr Wirbatz hat Geräte, von denen ich noch nicht einmal was gehört habe! Das war ziemlich aufregend ...

Mein persönliches Highlight kam aber noch. In einem separaten Kellerraum musste er den Fußboden tieferlegen, damit es dort reinpasst: Ein Gestellrahmen mit Hebdrehwählern aus einer Vermittlungsstelle - voll funktionsfähig natürlich! Mit allem, was dazugehört: Ruf- und Signalmaschine, Zeitansage, Prüfeinrichtungen, Hauptverteiler usw. Daran angeschlossen waren einzelne Telefone sowie ca. zehn Telefon- bzw. Nebenstellenanlagen - auch alle funktionsfähig. Zum Betrieb der Anlage stehen 30 60-Volt-Zellen zur Verfügung, die ständig aufgeladen werden. Diese Zellen liefern jedoch nicht nur die Energie für die Vermittlungsstelle, sondern über entsprechende Umformer auch für das gesamte Haus, sofern einmal Stromausfall sein sollte. Das ist schon verrückt ... und Herr Wirbatz erläuterte uns dies alles sehr stolz und auch mit einem kleinen Lachen über sich und sein Hobby.

Nach der knapp zweistündigen Führung wurden wir noch ins Wohnzimmer eingeladen. Seine Frau und er erzählten uns einiges aus ihrem Leben - und das war dann wirklich spannend. Ich hätte gern noch viel länger zugehört, jedoch mussten wir wieder nach Karlsruhe zurück.

Der Besuch hat bei mir einen doch recht nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Mit wie viel Engagement und Genauigkeit Herr Wirbatz sein Hobby betreibt, kann man nur anerkennen. Und vor dem Leben und Geschichten von ihm und seiner Frau habe ich wirklich Respekt.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Schillers Klangwelten - Elektronik pur

Es war mal wieder so weit: Schiller (Christopher von Deylen) bot seine Künste den geneigten Fans dar. Diesmal im Konzerthaus Karlsruhe, was für mich ein Heimspiel war, denn ich konnte bequem zu Fuß hingehen.

Das Konzert stand unter dem Motto "Klangwelten - Elektronik pur" und wenn man den Ankündigungen glauben durfte, sollte es etwas ganz besonderes werden. Und das begann schon mit der Location, denn das Konzerthaus ist ein recht ehrwürdiges Gebäude - wenn nicht das traditionsreichste in Karlsruhe. Und dass hier keine oppulenten Popkonzerte stattfinden, spricht für das Haus und für den Abend insgesamt.

Auf der Bühne nur vier Künstler: Christopher, Christian (Synthies), Cliff und Ralf (beide E-Drums). Es war dort also wirklich nur rein elektronisches Instrumentarium aufgefahren, was ich von meiner mittigen Sitzposition in der vierten Reihe problemlos erkennen konnte. Sängerinnen oder Sänger gab es auch nicht, die einzigen Stimmen kamen vom Sampler. Da - laut Ankündigungen - Schiller an diesem Abend einen Querschnitt seiner Werke geben und Stücke spielen würde, die ihm selbst am Herzen liegen, sollte dies dann bedeuten, dass die sonst gesungenen Stücke instrumental vorgetragen werden? Das wäre ja gigantisch, denn ich habe noch die Instrumentalversion von "Dream of you" der Sehnsucht-Tour in den Ohren. Und diese Version war bombastisch!

Im ersten Teil des Konzertes wurden überwiegend Stücke seines letzten Albums "Atemlos" gespielt, darunter auch zwei oder drei ältere Stücke. Die Musiker auf der Bühne wollten keine ausgelassene gute Laune verbreiten, sondern einfach eine Zuhör-Atmosphäre schaffen. Und das ist ihnen auch gelungen. Die Stücke waren alle nicht sehr "poppig" arrangiert und auch mit Lichteffekten wurde zunächst sparsam umgegangen.

Nach ca. einer Stunde gab es - wie überraschend - eine Pause von 15 Minuten. Danach ging es weiter mit älteren Stücken und wohl auch zwei neuen Stücken - oder sie waren so um-arrangiert, dass ich sie beim besten Willen nicht erkennen konnte. Schön waren sie allemal. Mein persönliches Highlight war das letzte Stück vor den Zugaben: "Das Glockenspiel". Diese Version war grandios! Drückende, fette Bässe und wirklich "bösartige" Synthiesounds - wow! Das gefiel nicht nur mir, sondern der ganze Saal tobte und die Rufe nach Zugaben waren den Künstlern damit gesichert.

Obwohl in der Tat einige sonst gesungene Stücke instrumental arrangiert und präsentiert wurden, habe ich persönlich die Klassiker "Dream of you" und "I feel you" vermisst. Ich denke, so etwas will das Publikum hören. Aber auch wenn nicht alle Klassiker gespielt wurden, so war es doch wieder ein schöner Schiller-Abend in einem wunderschönen Ambiente, welches nach gut zwei Stunden sein Publikum wieder in die Karlsruher Kälte entließ.



Samstag, 8. Januar 2011

Es war doch wieder...

... ein schöner Abend mit Matthias. Mit Absinth, Musik und Gesprächen über Spiritualität. Diesmal gab es Absinthe Toulouse Lautrec Christmas Edition und Absinthe L`éxtrait de fée. Von dem übermäßig hohen Thujon-Gehalt des letzt genannten Absinths spüre ich gar nichts. Umso besser ...