Mittwoch, 8. Juni 2016

200 Kilometer Eifelsteig und 1.210 Meter Elbsandsteingebirge

Drei Wochen Urlaub sind eigentlich eine lange Zeit. Für den, der aber Urlaub macht, kann es nie lang genug sein. So vergingen rückblickend die drei Wochen im Mai und Juni gefühlsmäßig doch recht schnell, zumal sie auch gut ausgefüllt waren.

In den ersten beiden Wochen wanderte ich mit Johnny auf dem Eifelsteig. Eine solche Mehrtageswanderung ist schon fast Tradition. Einmal im Jahr geht's zusammen auf die Strecke. Da der Eifelsteig mehr als 300 km lang ist, entschieden wir uns für eine Aufteilung. So machten wir in diesem Jahr acht Etappen mit insgesamt ca. 200 km. Die restlichen sieben Etappen werden wir im kommenden Jahr erwandern.


Los ging's in Aachen, einer Stadt, von der wir beide irgendwie mehr erwartet hätten. Ok, der Dom ist schon imposant und architektonisch beeindruckend. Auch der Weihrauch, der dort verbreitet wird, ist ein besonderer. Ansonsten machte die Stadt einen eher tristen Eindruck auf uns. Aber wir waren auch nicht auf große Städte eingestellt, sondern freuten uns auf die vor uns liegenden acht Tage nach Hillesheim. Und die waren dann recht abwechslungsreich, führte uns der Weg doch vorbei an historischen Stätten, durch Natur- und Kulturlandschaften, in verschlafene Orte. Hier nur ein paar davon: Kornelimünster mit Kloster und Klosterkirche, Struffelter Heide, Dreilägerbachtalsperre, Hohes Venn, Ort Monschau, Urfttalsperre, Wüstung Wollseifen, ehem. "NS-Ordenburg" Vogelsang, Römerkanal, Ort Blankenheim, Ahr-Quelle, Wasserfall Dreimühlen. Ebenfalls traditionsgemäß gab es unser täglich Eis und manchmal auch nach dem Abendessen einen regionalen Kräuterlikör. Das gehört einfach dazu, wenn man die Region kennenlernen will. Und natürlich war ich auch froh, als wir am achten Tag Hillesheim erreichten; so viel Eifel auf einmal muss man erstmal verkraften ;-)



Deswegen ging es im zweiten Teil des Urlaubs in die Sächsische Schweiz, also den deutschen Teil des Elbsandsteingebirges. Marco und ich bezogen unser Quartier in der Stadt Wehlen. Ein nettes ruhiges Örtchen unterhalb der Bastei direkt an der Elbe. Von hier aus wanderten wir über die Bastei und den Amselgrund nach Hohnstein. Ein anders mal ging es zu den beeindruckenden Schrammsteinen. Die Gegend ist schon ein wundervolles Wandergebiet. Aber wenn man so wie ich auch klettert, möchte man am liebsten die Felsen mit Seil und Karabiner erklimmen. Man kann nicht alles haben - dafür hatten wir einen wundervollen Sonnenuntergang auf dem Pabststein. Es war schon mystisch, als der Nebel im Tal immer höher kam und von den Bergen nur noch die Gipfel zu sehen waren. Am Horizont die Sonne über dem schemenhaft erkennbaren Dresden. Eine solche Stimmung gibt selbst hier nicht so oft - wir hatten Glück und mit Ralf, einem befreundeten Kollegen von dort, einen Begleiter, der sich gut auskannte.


Auch wenn man in dieser Landschaft Tag und Nacht wandern möchte, bestand ich nicht darauf. Einen Tag ging es nach Dresden: historisches Zentrum, Frauenkirche, das berühmte "Blaue Wunder" und die älteste Schwebebahn der Welt in Loschwitz. Auch Pirna statteten wir einen Besuch ab und genossen ein Stück Eierschecke in "Ilses Kaffeestube". Natürlich durfte ein Besuch auf der Festung Königstein nicht fehlen und da noch Zeit war, schauten wir uns das Eisenbergwerk in Berggießhübel an, in dem das Eisen für das "Blaue Wunder" abgebaut wurde.

Höhepunkt dieser Tage dort allerdings war unsere Ballonfahrt, die wir am Montag Abend unternahmen. Bei idealem Wetter startete unser Ballon in Thürmsdorf nahe der Festung Königstein. Es ging hinauf auf 1.210 Meter und der Blick von da oben auf das Elbsandsteingebirge war überwältigend. Wir fuhren Richtung Stolpen, wo wir nach ca. einer Stunde holprig auf einem Feld landeten. Nachdem das überstanden war, erhob man uns in den Adelsstand:

"Baron Thomas zu Karlsruhe - aufsteigender Ballonriese und spaßiger Wiesenhüpfer weit hinter Königstein" und "Gutsherr Marco zu Karlsruhe - hochsteigender Fährmann der Lüfte und edler Herrscher über die Wiesen und Wälder rund um Hohnstein".