Dienstag, 16. Juni 2009

Pet Shop Boys in Stuttgart

Voller Erwartungen und noch beeindruckt vom letzten Konzert der Jungs in der Stuttgarter Liederhalle bin ich letzten Sonntag erneut nach Stuttgart gefahren, um die Pet Shop Boys wieder live zu erleben. Diesmal im Theaterhaus. 
 
Ich war relativ zeitg da, was mir einen Stehplatz in den vorderen Reihen sicherte. Ich merkte schnell, dass die Luft immer wärmer und sauerstoffärmer wurde und ich habe bereits vor Beginn des Konzertes überlegt, ob ich nicht nach hinten gehen solle. Aber ich habe es - zumindest vorerst - ertragen. Das Konzertbegann pünktlich 20 Uhr mit einer Vorgruppe. "Das gezeichnete Ich". Schon mal was davon gehört? Nee, ich auch nicht. Man hat auch nichts verpasst. Es war irgendwie deutscher Pop, aber nichts, was wirklich ins Ohr ging und als Einstimmung für die Pet Shop Boys meiner Meinung nach gar nicht geeignet. Aber die waren auch bald fertig mit ihren Darbietungen und räumten die Bühne wieder auf.
 
Nun begann der Aufbau für die Boys. Viele, viele weiße Quader wurden aufgebaut. Das zog sich sehr lange und erst um 21 Uhr gings los. Bereits nach den ersten Tönen kam für mich die Ernüchterung - der Sound war unterirdisch. Das lag dann wohl aber an der Akkustik im Theaterhaus. Die Leute kreischten und klatschten, und genau das hat man auch gehört. Von der Musik selber wenig und von Neils Gesang gleich gar nichts. Schade. Eine Frau neben mir schaute ganz entsetzt und sagte: "Man hört doch gar nichts!". Dann auf einmal: Musik und Gesang weg. Ruhe. Ein Aussetzer - bei den perfekten Pet Shop Boys. Schlagartig kippte die Stimmung im Saal und die Begeisterung war bei vielen geschwunden. Derartige Aussetzer kamen dann noch öfters vor. Peinlich.
 
Die Bühnenshow war ganz gut. Das Bühnenbild mit den vielen Quadern wurde immer wieder umgebaut und mit schönen Projektionen "verziert". Aber das hat nichts an meinem mittlerweile immer mehr aufkommenden Wunsch geändert, etwas mehr nach hinten zu gehen, um nicht an Sauerstoffmangel zu sterben. Das tat ich dann auch und siehe da: Es wurde kühler, die Luft wurde besser und der Sound wurde hörbarer. Trotzdem konnte mich das immer noch nicht begeistern, denn etwas ganz Wichtiges hat in meinen Augen auch nicht gestmmt: Die Songauswahl. Es hat einfach der richtige Drive gefehlt, wie man es sonst von den Jungs kennt. Und dann tat ich etwas, was ich bisher bei einem Konzert noch nie gemacht habe. Ich wollte nach Hause und bin vor offiziellem Ende gegangen.


Meine Eindrücke wurden mir am nächsten Tag von anderen Konzertbesuchern weitestgehend bestätigt. Ich dachte zuerst, dass ich einfach nur einen schlechten Tag hatte. Aber den hatte wohl jemand anderes ....