Dienstag, 30. Dezember 2014

Mein Jahr 2014

Diesmal war es gefühlsmäßig noch schneller vergangen - das Jahr 2014. Erschreckt hat mich auch, dass mein letzter Post hier im Blog von Ende Juli ist. Zeit fliegt, kann man nicht festhalten.

Begonnen hat 2014 so, wie 2013 endete: ich musste mich von meiner zweiten Bandscheiben-OP erholen und wieder fit werden. Das sah anfangs gar nicht so gut aus, da trotz einer erfolgreichen OP noch immer Schmerzen auftraten. Regelmäßiges Training für Rücken- und Bauchmuskulatur haben dann geholfen; nicht ganz unschuldig waren wohl auch zwei Cortison-Spritzen, die ich im Frühjahr zwischen die Rückenwirbel bekam (bzw. haben wollte).

Nun ist genug mit Krankheiten & Co., denn seitdem bin ich wieder topfit und spüre nichts mehr. Das Training führe ich seitdem fort - mal hart mal weniger hart, wie das halt so ist. Im Frühjahr habe ich dann auch für ein Vorhaben trainiert, was im Mai anstand: das Erwandern des ca. 100 km langen Harzer Hexenstieges in fünf Etappen zusammen mit Johnny. Geplant war die Aktion schon länger, konkret wurde es dann Anfang Januar (da wusste ich aber noch nicht, ob ich dazu überhaupt in der Lage sein werde, s.o.). Die Tour selbst war dann einfach spitze! Viel Zeit mit einem lieben Menschen zu verbringen (bis wir uns dann irgendwann leicht auf die Nerven gingen, aber das kennen wir), viel Natur und weg vom Alltag. Klar, es war auch eine körperliche Herausforderung - die ich nicht missen möchte. Kleiner Ausblick: im Mai 2015 werden wir den kompletten Rennsteig in Thüringen bezwingen.

Ebenfalls im Frühjahr durfte ich im Mannheimer Planetarium ein Konzert mit Peter Seiler erleben. Seine Musik geht mir immer wieder im positiven Sinne in die Seele. Die Tage danach verbrachten Marco und ich ein paar Tage in Thüringen und Sachsen. Ich wollte ja meinen Gutschein für die Hotelübernachtung im Scala in Jena einlösen. Schlafen über Jena - wundervoll. Lustig ging's im Mai auf dem Stuttgarter Frühlingsfest zu, die kleine "Herbstmess'" im November in Karlsruhe fehlte auch nicht - da war's dann aber eher gruselig mit lebenden Geistern. Ein weiteres Konzert war im Mai in Stuttgart mit dem Elektronik-Urgestein "Tangerine Dream". Es war die "Phaedra Farewell Tour", da hatte ich also Glück, dass mein erstes Konzert mit TD wohl deren letztes war. Unübertroffen und absolutes Konzerthighlight war jedoch "Aquanario meets Schiller" Ende Juli in Frankfurt. Gigantische Musik und gigantische Effekte, sowas mag ich. Unser Urlaub im September war aufgeteilt: einmal Luxus an der Ostsee in Hohe Düne und einmal natürlich-urig in Hermagor in Kärnten. Da wurden richtige Berge erklommen. Im November war ich dann als Oma mit silbergrauen Haaren im Faschingszug in Oberhausen mit dabei. Ich und Fasching? Ja ein Widerspruch, aber es war trotzdem toll. Die Adventszeit verbrachten wir traditionell bei meinen Eltern, besuchten Weihnachtsmärkte in Sachsen und Thüringen und waren wieder bei einer Mettenschicht (Weihnachten im Bergwerk) dabei.

Schnell in Stichpunkten ein paar kleine Sachen, die mir spontan einfallen. DDR-Museum in Pforzheim. Wochenende in Frankfurt einschl. Besichtigung des Rotlichtbezirks bei Nacht und einem Feueralarm im Hotel am frühen Morgen. Technoseum in Mannheim. Ebenfalls dort das Luisenparkfest. Museumsbauernhöfe in Gutach/Schwarzwald und Phonomuseum der ehemaligen Firma Dual in Sankt Georgen. Besichtigung des neuen Blocks 8 im Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe. Ja und so weiter ...

Und nicht zu vergessen: Die vielen schönen Momente mit lieben Freunden, die ich hier nicht erwähnt habe. Ihr seid mir alle wichtig, auch wenn man sich nicht jeden Tag sieht.

Wandern und Berge besteigen, draußen sein, die Natur genießen - nie zuvor habe ich mehr gespürt, wie sehr ich das brauch und wie gut es mir tut. Viele neue Wege habe ich hier in der Region entdeckt, viele schöne und interessante Orte gefunden. Und es gab immer mal wieder eine neue Herausforderung, waren es nun nicht vorhandene oder im Rhein endende Wege, schlammige Brückenunterquerungen oder Klettereinlagen. Ohne letztere wäre eine sehr schöne Tour Anfang November nicht möglich gewesen: der Klettersteig Karlsruher Grat im Nordschwarzwald.

Das Jahr war auch ein Jahr des Nachdenkens für mich. Viele Wanderungen habe ich (ganz bewusst) allein unternommen. Das gibt mir immer wieder den richtigen Rahmen, um viele Dinge zu reflektieren, einiges zu hinterfragen oder neu zu bewerten. Sehr überwältigend waren jedoch die Erkenntnisse, die sich am und in der Folge des schon erwähnten Faschingswochenendes herauskristallisierten. Hier wurde mir die Tür in eine etwas andere Welt geöffnet; von einem Menschen, der mein Herz sehr berührte. Neugier und Versuchung gepaart mit den passenden Gefühlen taten ihr übriges. Mit den Erkenntnissen nun umzugehen, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und vorsichtig zu handeln, ist die große Herausforderung. Vor genau dieser stehe ich seit sechs Wochen und muss sie auf meiner Reise mit dem Zug des Leben mit in das neue Jahr nehmen.

Ich wünsche Euch für das neue Jahr alles Gute, die richtigen Freunde, viel Liebe und Gesundheit!
Euer Tom
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Dienstag, 29. Juli 2014

AQUANARIO meets Schiller

Oder anders: Wasser, Laser, Licht und Feuerwerk trifft auf einen der derzeit genialsten Musiker.

Nach den meisten Konzerten in der Vergangenheit glaubte ich immer, dass einige der Shows einfach nicht mehr zu übertreffen sind. Bei Schiller war das ganz konkret die "Sonne"-Tour. Doch was am vergangenen Sonntag Abend in der Frankfurter Commerzbank-Arena gezeigt wurde, war einfach noch mehr.

AQUANARIO habe ich bisher nicht gekannt. Erst seit der Konzertankündigung mit Schiller weiß ich, dass die große Shows machen, bei denen viel mit Projektionen auf Wasserfontänen gearbeitet wird. Und für sowas bin ich natürlich zu begeistern. Zusammen mit Schiller waren nur zwei Konzerte geplant; das vom letzten Sonntag in Frankfurt und noch eins Ende August in Berlin. Ich freute mich riesig darauf!


Schon die Commerzbank-Arena selbst wirkte sehr beeindruckend. Dazu noch die Aufbauten für die Show. Alles sehr groß und weitläufig. Für die Zuschauer war nur eine Längsseite der Tribüne vorgesehen, da man von anderen Positionen nicht viel von der Show mitbekommen hätte.


Bis zum "Schiller-Countdown" um 21 Uhr sorgte ein DJ von "shunshine live" für gute Stimmung, Punkt neun begann dann das Schiller-Feeling, welches auf das Konzert einstimmte. Halb zehn ging's dann endlich mit der "Exposition" aus "Opus" los und es folgten viele Klassiker von ihm als auch mehrere Stücke des derzeit aktuellen Albums "Opus".


Entlang des riesigen Wasserbeckens im Hintergrund tanzten die Fontänen, die mit Licht und Laser immer anders beleuchtet wurden. Sehr schön waren auch Laserprojektionen auf die gesamte Wasserwand, als alle Fontänen gleichzeitig sprudelten oder die Projektion von Bildern auf eine riesige kreisförmige Fontäne. Die Effekte waren wirklich gigantisch und von der Ausdehnung her echt groß. Das ganze gipfelte (noch nicht als Finale) im Stück "Ruhe", bei dem mehrere Feuerwerke gezündet wurden, die gegenseitig auf sich zuflogen. Heiß wurde es bei "Swanlake", als riesige Feuersäulen im Takt aufstiegen.



Die Musik war - wie immer bei Schiller - sehr kraftvoll, opulent und brillant. Die Stücke waren natürlich für das Konzert neu arrangiert und hatten neue, Schiller-typische Sounds. Dank unserer mittigen Sitzposition hatten wir wohl auch das optimale Klangerlebnis, wobei auch Surroundeffekte verwendet wurden, die dann von hinten kamen.


Nach 90 Minuten war das Spektakel vorbei - ich hätte noch weitere 90 Minuten erleben können. Die Begeisterung nach der grandiosen Show bei uns und den anderen war nicht zu überhören. Ich habe ja die große Hoffnung, dass es davon eine DVD/BluRay geben wird, denn es gab mehrere Kameras und Mikrofone. Selbst eine Drohne (ja, unbewaffnet) drehte ihre Runden über der Bühne.


Viel beschreiben kann man nicht, um die Eindrücke wiederzugeben. Wie oft bei Konzerten und Shows, muss man das selbst erlebt haben. Nun bin ich gespannt, ob auch dieses Erlebnis getoppt werden kann :-)

Sonntag, 13. Juli 2014

Wer mein Blog liest

Ich habe mir ja schon öfters die Frage gestellt, für wen mein Blog mit den doch recht bunt gewürfelten Beiträgen interessant ist. Einen kleinen Stamm-Leserkreis von Leuten, die ich auch persönlich kenne, habe ich schon. Aber ein Blick in die Blog-Statistik verrät gar einige Überraschungen - und das nur für den Zeitraum der vergangenen sieben Tage. Das motiviert natürlich auch ein wenig, den Blog weiter am Leben zu halten :-)


Sonntag, 29. Juni 2014

DVD, iMac und Apple TV

Wenn mal wieder das Wetter die geplanten Outdoor-Aktivitäten vereitelt, gibt es ja noch viele andere Themen, mit denen man sich beschäftigen kann. Eines dieser Themen lässt mir schon längere Zeit keine Ruhe und die Überschrift des Posts deutet wohl auch an, dass dies keine Sache von zwei Stunden ist. Nachdem ich mich schon vor mehreren Jahren von meinen Musik-CDs verabschiedet habe, um diese in Apple-konformen Dateiformaten in iTunes bzw. über Apple TV zu hören, will ich das auch gern mit meinen DVDs tun. So einfach wie mit Musik ist das mit den Videos allerdings nicht ...

Es brauchte schon umfangreiche Recherchen im Internet und mehrere Versuchsreihen, bis ich die für mich optimale Lösung erarbeitet hatte. Einfach eine Software installieren, DVD einlegen und konvertieren lassen - ja so stellt man sich das vor. Doch was für eine Software nimmt man dafür? Die Bordmittel des iMacs helfen an dieser Stelle nicht weiter; man muss auf Konvertertools von Drittanbietern zurückgreifen. Und davon gibt es viele, darunter kostenlose und kostenpflichtige, die alle versprechen, das selbe zu tun: Konvertierung von DVDs in das Format für Apple TV. Doch was ist dabei das richtige Format? Mit Videodateien "mov" und "mp4" ist man im Normalfall gut beraten; die meisten dieser Tools liefern als Ergebnis ein mp4. Das ist toll - für Stereo-DVDs. Und was ist mit mehrkanaligem Dolby Digital oder gar DTS? Bei einer Konvertierung meiner DVDs will ich keinesfalls aus einem Surroundsound einen Stereoton erzeugen. Apple TV kann mehrkanaliges Dolby Digital, also muss es doch auch eine Möglichkeit geben, entsprechende Videodateien aus einer DVD zu erzeugen?!

Und genau hier versagen die meisten Konverter, selbst die kostenpflichtigen. Bei meinen Recherchen habe ich genau zwei Tools gefunden, die mehrkanaliges Audio können - beide sind kostenlos. Nachdem mir der Umgang mit "Handbrake" doch als zu unflexibel erschien, habe ich mich für "XMedia Recode" entschieden. Leider gibt es dies jedoch nicht für MacOS, sondern nur für Windows. Da ich aber auf meinem iMac noch immer Windows XP in einer Parallels 8-VM laufen habe (für mein Finanzprogramm), sehe ich das nicht als Einschränkung an.

XMedia Recode sieht auf den ersten Blick einfach aus, hat aber unzählige weitere Einstellungen, die Einfluss auf das Ergebnis nehmen. Hat man einmal die Optionen gesetzt, bleiben diese jedoch erhalten. Das Tool liest eine DVD (keine kopiergeschützten) oder einen VIDEO_TS-Ordner ein und zeigt die einzelnen Tracks mit Infos zu Video- und Audioformat an. Der zu konvertierende Track wird ausgewählt und über die Wahl eines Profils die Zieldatei definiert. Die Einstellungen des Profils können sehr spezifisch angepasst werden. Sehr schön finde ich die Möglichkeit, innerhalb eines Tracks die einzelnen Kapitel zu benennen. Gerade bei Konzert-DVDs gehen somit die Informationen, welcher Song gerade beginnt, nicht verloren. Die Kapitelnamen werden in der erzeugten Datei mit abgespeichert und dienen als lesbare Sprungmarken bei der Wiedergabe mit Apple TV.


Mehrkanaliges Dolby Digital bleibt so wie es ist, DTS wird zu Dolby Digital gewandelt, da Apple TV kein DTS wiedergeben kann. Dies stellt für mich aber keinen relevanten Qualitätsverlust dar. Das Ergebnis ist eine Datei mit der Endung "m4v", darin enthalten das Video im H.264/AVC-Format (Full HD) und Audio im AC3-Format. Diese Datei lässt sich problemlos in iTunes importieren; danach können wie gewohnt die Tags bearbeitet werden, um eine einigermaßen sinnvolle Ablagestruktur aufzubauen. Einziger Wermutstropfen: Die so erstellten Dateien können derzeit nicht in iTunes wiedergegeben werden. Jedoch ist das auch nicht mein Ziel, notfalls helfen hier andere Videoplayer, wie z.B. der Allrounder "VLC". Die Wiedergabe über Apple TV hingegen besticht durch eine sehr gute Bild- und Tonqualität, die sich von der DVD nicht unterscheidet.


Das Konvertieren einer DVD kann je nach Umfang selbst bei guter Rechenleistung schon mal 10 bis 14 Stunden dauern. Macht aber nichts, das läuft ja nebenbei. Allerdings brauchte ich nun mehr Speicher, um die Videodateien abzulegen. Also lagerte ich gleich meine gesamte iTunes-Mediathek auf eine 4 TB große externe Festplatte aus. Diese surrt kaum hörbar irgendwo in der Ecke und wird von mir bei Bedarf - aber regelmäßig - auf eine gleichgroße weitere Platte gesichert. Diese wiederum ist gegen Feuer und Diebstahl gesichert, denn es wäre unschön, wenn meine digitale Musik- und Videosammlung eines Tages nicht mehr existent wäre.

Freitag, 30. Mai 2014

Tangerine Dream live in Stuttgart

Mit der "Phaedra Farewell Tour" machte Tangerine Dream am letzten Dienstag auch Station im Stuttgarter Theaterhaus. Während ich vor einigen Jahren beim "One Night in Space"-Konzert in Frankfurt nicht dabei sein konnte, habe ich mir diesmal schnellstmöglich eine Karte besorgt. Als bekennender Anhänger der elektronischen Musik sollte man einmal im Leben TD live gesehen haben. Ich war auf das Konzert sehr gespannt, hatte aber keinerlei große Erwartungen. Die Konzerte von TD kenne ich von verschiedenen DVDs und sicher wird das Konzert in Stuttgart ähnlich wie die vergangenen sein.

So war es dann auch: Die Bühne war nach üblichem Muster unter den Musikern aufgeteilt. In der Mitte standen zwei hohe Racks mit Synthies und anderen Geräten. Zwei sehr große Monitore zeigten die Oberfläche von Softwaresynthesizern. Ob diese tatsächlich auch live verwendet wurden oder nur als "Schmuck" fungierten, erschloss sich mir nicht wirklich. Die mir bekannten Konzert-DVDs glänzen in puncto Soundqualität nicht unbedingt. Umso überraschter war ich, als die ersten Töne erklangen. Wow! Was für eine Klangfülle, Dynamik und Tiefe. Glasklare Sounds, ein angenehmer, aber spürbarer Bass und die Lautstärke immer im Bereich des Erträglichen; bei vielen von mir besuchten Konzerten wurde es zum Ende hin immer lauter, dass einem die Ohren weh taten. Nicht so bei TD!


Spannend im Vorfeld und gelungen im Nachhinein war auch die Auswahl der Stücke. Bei einem Repertoire von gefühlten 1.000 Titeln sicher kein leichtes Unterfangen (die Anzahl kann übrigens tatsächlich ungefähr stimmen). Die gut zweieinhalb Stunden waren abwechslungsreich, kurzweilig und teilweise mitreisend. Auch wenn auf der Bühne nicht viel passierte, waren viele im Publikum - einschließlich mir - ziemlich gefesselt. Viele Stücke wurden neu arrangiert, teilweise mit einem ganz neuen Beat unterlegt. Und die verwendeten Sounds waren modern und für TD typisch.

Etwas schade fand ich, dass Bernhard Beibl als Gastmusiker nicht dabei war. Demnach war auch kaum eine E-Gitarre zu hören; nur Edgar Froese hing sie sich drei Mal um. Neben dem Chef und Gründungsvater standen weiterhin Thorsten Quaeschning, Iris Camaa, Hoshiko Yamane und die wundervolle wie auch unnahbare Linda Spa auf der Bühne. Ihr Saxophon ist einzigartig.

Insgesamt ein sehr gutes und für mich überraschend "frisches" Konzert. Vielleicht aber war es die letzte Tour, was auch eine Information auf der TD-Website vermuten lässt. Wäre schade.

Sonntag, 25. Mai 2014

Fünf Tage Wandern auf dem Harzer Hexen-Stieg

In meinem letzten Harz-Urlaub 2011 legte ich für mich fest, dass ich irgendwann in meinem Leben einmal den Hexenstieg bezwingen will. Nun ist bekanntlich "irgendwann" ja oftmals nie. Wer mich aber kennt, der weiß, dass ich in der Regel die Dinge auch umsetze, die ich mir vornehme. Also fragte ich im letzten Jahr meinen besten Freund Johnny, ob er Lust auf die Tour hätte. Er sagte natürlich zu und ich machte mich an die Planung. Nach einigen Recherchen im Internet fand ich einen Anbieter aus Goslar, der ganz gut passte. Ich wählte die Tour in fünf Etappen mit Gepäcktransport - das ist bequem und würde ich jedem anderen, der die Tour machen will, empfehlen. Auf Grundlage der offiziellen Wanderkarte plante ich die einzelnen Etappen wie gewohnt mit komoot. Einen Gesamtüberblick über die Strecke habe ich mit den einzelnen aufgezeichneten Tracks mit Google Earth gebastelt.


Letzten Sonntag war es dann soweit: Auf nach Osterode, von wo die erste Etappe startete. Am Abend hatten wir noch etwas Zeit und schauten uns die kleine Stadt ein wenig an. Eine Nacht im Hotel und am nächsten Tag um 9 Uhr ging es los. Vor uns lagen ca. 29 km mit Ziel in Altenau.


Die erste Etappe verlief stetig aber meist sanft bergauf. Sehr interessant waren die Anlagen der Oberharzer Wasserwirtschaft, die für den seinerzeit betriebenen Bergbau in der Region geschaffen wurden. Gräben, Kanäle, Stollen, Teiche - vieles davon ist noch heute sehr gut erhalten und in Funktion. Die weitläufige Anlage befindet sich auf der Weltkulturerbe-Liste der Unesco.




Am Abend erreichten wir unsere Pension. Und nach einem nicht wirklich erwähnenswerten Abendessen in einer ortsansässigen Gaststätte schleppte ich mich ins Bett und freute mich auf die nächste Etappe. Diese hatte als Ziel den Brocken. Die Strecke ging zunächst weiter an den Anlagen der Oberharzer Wasserwirtschaft, bis der Weg steil und schmal wurde und entlang eines Hanges verlief. Wurzeln, Steine, umgekippte Bäume, kleine Wasserläufe kreuzten unseren Weg.


In Torfhaus angekommen, zeigte sich der Brocken stolz vor uns. Von nun an ging es auf dem Goetheweg hinauf auf Norddeutschlands höchsten Berg.


Auf den letzten beiden Kilometern überraschte uns ein kleiner Regenschauer, der nicht angekündigt war. Jedoch ist das Wetter auf dem Brocken ziemlich unberechenbar und Umschwünge innerhalb kürzester Zeit sind nicht ungewöhnlich. Der Regen verzog sich schnell wieder und wir waren auf dem einstigen "Sehnsuchtsberg" angekommen. Bis vor 25 Jahren ein militärischer Sicherheitsbereich - heutzutage kann man auf dem Brocken sogar übernachten. Dies taten wir auch, nachdem wir die einmalige Abendstimmung genießen durften: Bestes Wetter und absolute Ruhe, denn die Touristen waren alle wieder ins Tal gefahren.




Wenn man einen Berg erklimmt, muss man auch wieder hinunter. Die dritte Etappe startete wieder kurz nach 9 Uhr. Vor uns lag der längste Teil der Strecke; gelaufen waren es am Ende stolze 32,4 km. Erfreut stellten wir fest, dass unser Lunchpaket eine - wenn auch nur sehr kleine - Flasche des leckeren "Schierker Feuerstein" enthielt. Diese tranken wir jedoch erst nach erreichtem Ziel am Abend in Rübeland. Die Strecke zog sich ziemlich, zumal kurz vor Ende noch eine nicht zu unterschätzende Steigung kam. Wir wurden mit einem schönen Blick auf Rübeland belohnt - und ganz am Horizont stand der Brocken, von dem aus wir vor 8,5 Stunden gestartet waren.


Hier in Rübeland hatten wir die bisher beste Unterkunft mit dem besten Gastwirt, der uns schon auf der Straße erwartete. Das Essen dort war sehr lecker und die Betten bequem. Das mussten sie auch sein, denn am nächsten Morgen startete die vierte Etappe nach Treseburg. Ab nun am war die Bode unsere Begleiterin - mal direkt neben uns, mal tief im Tal, mal etwas fernab des Weges. Die Strecke führte mal im Tal entlang, dann mal wieder fast schon auf einer Hochebene. Wir sahen die Stauwerke der Bode; die Talsperre Wendefurth und die imposante Rappbodetalsperre. Zu Mittag ging's auf ein schwimmendes Restaurant an der Talsperre Wendefurth. Man fühlte sich wie am Meer, aber nicht wie in einem Mittelgebirge. Dieser kleine Abstecher ist empfehlenswert.




Am Ziel in Treseburg staunten wir über unser Hotel, welches wie ein kleines Schloss aussah. Es lag direkt am Hexenstieg und die Wanderer liefen vorbei, während wir im Biergarten den Nachmittag genossen. In dem kleinen vertäumten Treseburg ist die Zeit irgendwie stehen geblieben. Man kann dort noch richtig die Ruhe und die Natur während eines lauschigen Abends genießen - und sich auf die letzte Etappe nach Thale freuen. Diese war eine leichte Übung und führte uns weiter durch das Bodetal, welches immer spektakulärer wurde. Das große Finale in einem einzigartigen Tal. Man kann diese Schönheit und Gewaltigkeit nicht mit der Kamera einfangen, sondern nur selbt erleben.



Die hinter uns liegenden 114 km waren und sind ein ganz besonderes Erlebnis. Fünf Tage den Harz zu durchqueren bedeutet Natur, die Sinne schärfen und den eigenen Körper herauszufordern. Nur selten wird man vom "Kulturlärm" gestört - und das ist in unserer heutigen Zeit Gold wert. Auch wenn die Tour teilweise sehr anstrengend war, so habe ich jeden Augenblick genossen.

Strecke, GPS-Aufzeichnungen und weitere Bilder
1. Etappe: Osterode - Altenau  29,4 km  Tour (Teil1) (Teil 2)
2. Etappe: Altenau - Brocken  18,4 km  Tour
3. Etappe: Brocken - Rübeland  32,4 km  Tour
4. Etappe: Rübeland - Treseburg  20,9 km  Tour
5. Etappe: Treseburg - Thale  12,2 km  Tour