Montag, 15. Dezember 2008

Ouzo, Glühwein und sprechende Mülltonnen

Die Adventszeit ist ja auch die Zeit der Weihnachtsmärkte. Fröhliche Leute schlendern gemächlich von Stand zu Stand, sind nett zueinander, lachen und freuen sich über die weihnachtliche Stimmung. Stimmt nicht? Ja ... die Realität ist anders: Gedränge, man kommt kaum durch und freundlich ist schon lange keiner mehr. Höhepunkt ist der Karlsruher Weihnachsmarkt, durch den sogar eine richtige ausgewachsene Straßenbahn fährt. Das is nix für kleine Kinder!!

Das war für uns Grund genug, am Wochenende einen doch etwas ruhigeren Weihnachtsmarkt in Landau in der Pfalz zu besuchen - zusammen mit  Feli & Matze. Es sollte ein schöner Abend werden, eingestimmt durch ein leckeres Essen beim ortsansässigen Griechen. Und der Grieche war gut. Richtig gut. Zur Begrüßung bekamen wir jeder etwas mehr als einen doppelen Ouzo. Ui ... und ohne was im Magen zu haben schlug der ganz schnell an. Zum Glück kam dann das mehr als üppige Essen. Aber der Grieche hat sich offenbar so über unseren Besuch bei ihm gefreut, dass er noch einen drauflegen musste. Einen? Nein, einen doppelten. Als wir dann an die frische Luft kamen, entfaltete endlich der kostbare mediterrane Saft seine volle Wirkung.

Egal ... jetzt gings zum Weihnachsmarkt. Rückblickend muss ich gestehen, dass ich mich an Einzelheiten auf den Weg dahin nicht mehr erinnern kann. Böse. Dort angekommen, steuerte Matze zielstrebig eine Glühweinbude an und kaufte ein 0,5 l Glas voll mit dem Zeugs. Feli und Marco wollten nichts davon, also haben wir zwei einen draufgemacht. Ich höre ihn noch sagen: "Das ist richtiger Wein, nicht so Fertigzeugs. Davon merkt man am nächsten Tag nichts!". Nun ja. Wir stellten uns etwas abseits des Gedränges an eine Mülltonne, die dann irgendwann mit uns und den anderen Passanten sprach: "Hallo, ich bin die Mülltonne ...".


Den Rest des Abends verbrachten wir gemütlich in einem pfälzischen Wohnzimmer und lästerten über unsere Familienministerin. Nicht alle konnten sich am nächsten Tag daran erinnern ...

Freitag, 12. Dezember 2008

Sinnlichkeit

Kalter Nordwind und Regen. Wärmende Hände, scheinbare Vertrautheit, Geborgenheit. Im TV Tina Turners "Private Dancer", doch getanzt wird heute nicht. I feel you, you feel me. Bedingungslose Hingabe, Sinnlichkeit. Your arms around me. Eine Sekunde kommt in den Wellen der Zärtlichkeit als Minute zurück, eine Minute als Stunde. Drifting and dreaming. Der Fantasie freien Lauf lassen. Kindische verspielte Neckereien. Verlangen. Küsse, mal sanft, mal wild. Immer mehr. Simply magic. Sehnsucht.

Donnerstag, 25. September 2008

Tribal

Tribal bringe ich in erster Linie mit dem "Tribal House" in Verbindung, einer Stilrichtung der House-Musik gegen Ende der 80er Jahre. Aber die Bezeichnung "Tribal" beschreibt auch eine ganze Gruppe von Tattoo-Motiven, die nach wie vor sehr beliebt sind. Was hat das mit mir zu tun?
Nun ja, in der ersten Urlaubswoche liefen wir so durch Wernigerode und haben festgestellt, dass sehr viele Leute an den verschiedensten Stellen irgend ein Tattoo haben. Hier im Südwesten ist das nicht so stark ausgeprägt, zumindest fällt es nicht so auf. Mir kam nun der Gedanke, dass mir so etwas auch gefallen könnte und vielleicht nicht mal schlecht aussehen würde. Also entschied ich mich dazu, mich auch etwas "verzieren" zu lassen. Und es sollte ein Tribal werden, am linken Oberarm - das stand fest. Die Suche nach einem Motiv und einem guten Tattoo-Studio jedoch gestaltete sich sehr schwierig. Zumal man in Karlsruhe da Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr hat. Nach einigen Telefonaten habe ich dann ein Studio in Baden-Baden gefunden, und dann ging alles ziemlich schnell. Aus hunderten von Vorlagen habe ich mir einige ausgesucht, die mir gefielen und aus denen wurde dann ein neues Motiv entworfen. Dieses konnte ich zwei Tage später anschauen, wobei wir dann noch einige Änderungen dran gemacht haben. Und dann gings los! Das Aufzeichnen der Umrisse mit einem Stift auf den Arm war ein wunderbares Gefühl - verglichen mit dem, was danach kam. Nach 3,5 Stunden war ich erlöst und wollte eigentlich nur noch nach Hause ins Bett.

Das war vor einer Woche. Heute nun kann ich sagen, dass sich die Schmerzen gelohnt haben. Schade nur, dass man bei dem Wetter nicht viel davon sieht ...

Samstag, 13. September 2008

Neues Album: Urlaub im Harz

Die Woche im Harz verging ziemlich schnell - als Erinnerung bleiben aber ein par Fotos. Das neue Album ist online.

Freitag, 5. September 2008

Von Freundschaft und wundersamen Eisbechern

Und wieder einmal konnte ich das Notwendige mit dem Angenehmen verbinden: Ein beruflich bedingter Besuch unserer Geschäftsstelle in Bremen gab die Möglichkeit, einen Abstecher zu Johnny nach Oldenburg zu machen. Das letzte Mal haben wir uns im Februar gesehen und als mich Johnny begrüßte, sagte er: "Hmm ... Du warst doch erst hier?". Naja entweder vergeht die Zeit so schnell oder der letzte Besuch ist so lebendig in Erinnerung geblieben. Wir tauschten die Neuigkeiten aus und schwelgten mal wieder in der Vergangenheit, in der wir ja doch sehr viel erlebt haben, woran man sich gerne erinnert. Oftmals sieht man die Ereignisse dann sogar aus einer anderen Perspektive. Dass dieser Abend aber auch ein Ereignis bereithalten wird, worüber wir sicher noch öfters erzählen werden, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Was mich nun wieder beeindruckte war die Tatsache, dass wir uns sofort über die seltsamsten Themen unterhielten, obwohl wir uns ein halbes Jahr nicht gesehen haben. Aber das war ja bei unserem letzten Mal genau so. Ich denke, das ist es auch, was eine richtige Freundschaft ausmacht: Vertrauen. Sich die persönlichsten Dinge anzuvertrauen, über die man sonst mit keinem spricht. Das macht man nur mit guten, besten Freunden. Das haben wir auch früher schon gemacht, aber darüber nachgedacht haben wir noch nicht - denn es war einfach selbstverständlich. Und das ist es auch heute noch. So ist Johnny der Einzige, der weiß, was mir am Abend zuvor in Bremen noch passiert ist ...
 
Nochmal zu der anderen Perspektive über die Dinge der Vergangenheit. Wir beide sind ja sehr oft zusammen ausgegangen, am liebsten ins Chemnitzer "Starlight", in die Jenauer "B 88" oder ins Weimarer "Nordlicht". Wir haben da die schönsten Abende erlebt. Nun offenbarte mir aber Johnny, dass er sich da ab und zu räumlich von mir etwas entfernt hatte, weil ich da immer die Jungs angebaggert hätte und er nichts damit zu tun haben wollte. So so ... das war mir damals gar nicht bewusst gewesen. Und heute zählt dies wohl eher zu dem Kapitel "Wir waren einmal jung". Oder doch nicht?

Nun ging es aber erstmal um das Thema "Abendessen". Da wir Beide seit dem Frühstück nichts gegessen hatten, waren wir entsprechend hungrig. Die Entscheidung fiel spontan und schnell auf thailändisch. Und es war in der Tat die richtige Wahl, denn sowohl das Essen als auch das Ambiente war purer Genuss. Wir waren fast überfüllt, jedoch stand uns der Sinn nach einem Eisbecher. Da das örtlich ansässige Eiscafé bereits die Türen geschlossen hatte und an der Theke die gesamte Verwandtschaft rumlungerte, entschieden wir uns für ein italienisches Etablissement ("Restaurant" trifft die Sache nicht so ganz). Wir bestellten jeder einen Eisbecher: Johnny einen Amarenabecher und ich einen Erdbeerbecher. Dann kam der Bediener zurück und meinte, dass sie keine Erdbeerbecher mehr hätten. Stattdessen könnte ich ja einen Früchtebecher essen (mit viel Erdbeeren?). Ich entschied mich aber für einen Kirschbecher. Nun wurden die Teile gebracht. Von der Zusammensetzung her waren sie identisch, nur dass bei Johnny süße Amarenakirschen drin waren und bei mir ganz normale Kirschen mit Kern(!). Die Schlagsahne hat ja ganz gut geschmeckt. Doch dann kam das Eis. Gerne erläutere ich das näher:
  • Zitroneneis: schrecklich süß, wie Zitronen nun mal so sind,
  • Bananeneis: schmeckte wie eine alte, bereits braun gewordene Banane - und das sehr intensiv,
  • Staciatellaeis: eigentlich geschmacksneutral, keine Ahnung woraus die Schokoladenstückchen waren, 
  • Vanilleeis: schmeckte nach Vanille, war im Vergleich zu den anderen Sorten annehmbar,
  • Meloneneis: erinnerte mich von der Konstistenz eher an eine Stirnhöhlenvereiterung.
Bis auf Vanille haben die übrigen Eissorten eher nichts in den von uns bestellten Eisbechern zu suchen. Aber selbst wenn man darüber hinwegsieht, so war doch der Geschmack des Eises sehr bizarr. Solche derart unschmackhaften Eisbecher hatten wir noch nie gehabt. Wir haben an diesem Abend den Geschmack etwas anders, eher vulgärer, beschrieben. Wie wir uns beim Verzehr dieser wundersamen Dinge gefühlt haben, spiegeln die Fotos ganz gut wider. Alles in allem ein Erlebnis, an das wir uns noch gerne erinnern werden.

So war dann auch dieser Abend zu Ende und ich fuhr zurück nach Bremen - mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Donnerstag, 4. September 2008

Schiller: Sehnsucht in Karlsruhe

Gestern war ich zum zweiten Schiller-Konzert der aktuellen "Sehnsucht"-Tour, diesmal vor meiner Haustür in Karlsruhe. Leider war ich allein, da niemand sonst mitgehen wollte. Da kann ich nur sagen: Pech gehabt. Denn das Konzert war absolut spitze. Da die Karlsruher Europahalle eher klein ist, war auch die Bühne nicht so groß aufgebaut wie im Mai in Stuttgart. Auch die Konzertatmosphäre war viel angenehmer. Der Sound war genial und die Lichtshow ebenfalls. Schiller trat in der gleichen Besetzung wie in Stuttgart auf. Nur diesmal hatte ich das Glück, sehr weit vorn zu stehen und ich sah die Künstler direkt vor mir. Auf der Bühne war eine geniale Stimmung. Dies äußerte sich vor allem in den bekannten Känguruh-Sprüngen von Herrn Thiers. Zur Freude aller waren die Zugaben um zwei Titel länger als in Stuttgart und ich habe mich sehr gefreut, als Kim Sanders "I've seen it all" sang - eines meiner Lieblingsstücke.
Das Karlsruher Konzert war für mich das emotional beste. Mehr Gefühle kann man wahrscheinlich nicht rüberbringen, so wie das gestern geschehen ist. Nun kann ich es kaum erwarten, bis die DVD zur Tour herauskommt.

Gegen Mitternacht ging es dann völlig verausgabt und verschwitzt mit der Straßenbahn wieder nach Hause. Ein Raunen ging durch die Bahn, als die Haltestelle "Schillerstraße" angekündigt wurde.

Mittwoch, 27. August 2008

Stunde der elektronischen Musik

Es mag nicht viele Leute geben, die sie noch kennen. Die "Stunde der elektronischen Musik" auf Jugendradio DT64, immer sonnstags von 13 bis 14 Uhr. Das war bis 1990. Für mich damals die einzige Möglichkeit, als gelernter DDR-Bürger halbwegs auf dem Laufenden zu bleiben, was die aktuellen Alben der elektronischen Musik anging. Es gab sonst keine Radio- oder Fernsehsendung - auch nicht im westlichen Teil Deutschlands - die sich mit dem Thema beschäftigt hat. Doch, eine gab es: "Schwingungen", die lief aber auf WDR und den haben wir nicht bekommen.

Jedenfalls wurde in einer der Sendung ein Stück von einem polnischen Künster vorgestellt, dessen Namen ich vergessen habe - sowohl den Namen des Künstlers als auch des Stückes. Ich weiß nur eines: Das Stück hat mich damals sehr begeistert und ich hatte es die ganzen Jahre hindurch immer in meinem Kopf. Gehört habe ich es aber seitdem nie wieder.

Letzte Woche hörte ich wie öfters auf Last.fm etwas Musik und da kam ein Stück von einem gewissen Marek Bilinski. Das klang ziemlich interessant, zumal das ganze eben auch elektronisch war. Also informierte ich mich weiter über ihn und hörte mir einige Stücke von ihm an. Das war dann ein Treffer ins Schwarze! Ich habe genau dieses Stück wiedergefunden. Als ich es hörte, lief mir erstmal eine Gänsehaut über den Rücken. Nach so vielen Jahren bin ich fündig geworden und die Erinnerungen an die sonntägliche Stunde vorm Radio war auch wieder lebendig ...
Falls von Interesse, das Stück heißt "Gorace Lato" und ist vom Album "Wolne Loty", erschienen 1986.

Natürlich gibt es auch bei MySpace eine Seite: http://www.myspace.com/marekbilinski

Samstag, 2. August 2008

Sommersturm

Rein zufällig habe ich mitbekommen, dass heute Abend auf PRO7 der Film "Sommersturm" läuft. Er kam 2004 in die Kinos, wo er aber irgendwie an mir vorbei ging. Höchste Zeit also, dass ich ihn mir anschaue!

Und nachdem ich den Film sah, muss ich zugeben, dass ich ihn völlig unterschätzt habe. Diese Coming Out-Geschichte ist teilweise so tiefsinnig, dass ich es erst nach genauerem Überlegen gemerkt habe. Erzählt wird das alles mit viel Witz, so dass ich sogar über die traurigen Szenen noch schmunzeln konnte. Und natürlich werden auch alle Klischees bedient. Ein Happy End gibts es auch! Aber eines hat der Film bewirkt: Ich habe mich 16 Jahre zurückversetzt gefühlt. Viele Ereignisse und auch Gefühle aus einem meiner wichtigsten Lebensabschnitte waren so nah, als hätte ich alles erst eben erlebt. Auch wenn mein Coming Out doch etwas anders war, aber in dem Film wurden die Sehnsüchte und Ideale angesprochen, die ich damals auch hatte. Wahrscheinlich nicht nur ich, sondern jeder, der diese Phase erlebt hat. Und  auch in meinem Leben gab es ein Zeltlager - nur war das dann etwas später und gerudert sind wir auch nicht. Ach ja, Mädels waren da auch keine ...

Und wenn ich nun überlege, was aus den Sehnsüchten und Idealen von damals geworden ist? Vieles ist anders gekommen als erwartet oder gehofft. Das reale Leben ist dann doch eine Spur anders als im Film. Aber im Großen und Ganzen hat es das Leben gut mit mir gemeint.

Nur eine Sehnsucht hat der Film zweifellos in mir geweckt: Noch einmal so jung wie damals zu sein und die Unbeschwertheit zu genießen.

Freitag, 20. Juni 2008

Sommerliche Weihnachtsfeier

In der Welt der IT-Firmen geht es schon manchmal sehr seltsam zu. So auch letzten  Mittwoch bei uns. Unsere Geschäftsstelle feierte Weihnachten im Biergarten. Eigentlich sollte die Feier viel früher stattfinden (so zu Ostern vielleicht), aber da war aufgrund des Geschäftsjahreswechsels keine Zeit. Nun haben wir es aber geschafft. Mal sehen, wann denn unser Sommerfest stattfindet. Vielleicht im Dezember?

Mittwoch, 28. Mai 2008

Schiller: Sehnsucht in Stuttgart

Gestern gab es nach Jarre und Onetwo ein weiteres Konzerthighlight für mich: Schiller live in Stuttgart. Ich kenne die CDs und DVDs, war aber noch nie auf einem Konzert von Christopher von Deylen & Co. Ganz am Anfang stand das Problem der Autobahn A8, denn irgendwie mussten wir ja von Karlsruhe nach Stuttgart kommen. Und wer die A8 kennt weiß, wovon ich rede. Schnell standen wir im Stau und es wurden weitere 12 km davon prohezeit. Also runter von der Autobahn und vom Navi durch die Pampa leiten lassen - und das hat auch wunderbar geklappt. Eine halbe Stunde vor Konzertbeginn standen wir im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle.

Sehr schnell füllte sich die Halle weiter, alle Sitzplätze waren belegt und es gab auch keinen Platz mehr zum Stehen. Welch Wunder, dass wir eine recht gute Stehposition in der Mitte hatten. Und dann ging es los und es wurden die ersten Synthie-Sounds abgefeuert - und zwar im Surroundsound um unsere Kopfe herum. Das hat Jarre auch schon mal in Peking gemacht und ist wirklich ein tolles Erlebnis (doch etwas anders als mit der heimischen 5.1-Anlage). Der Sound insgesamt also spitzenmäßig, anfangs etwas leiser, aber zum Ende des Konzertes hat man selbst in den mittleren Reihen die Bässe als Luftzug gespürt. Die Lichtshow war gigantisch; im Bühnenhintergrund waren riesige LED-Displays angebracht, die teilweise die Lichteffekte machten und teilweise auch Filmsequenzen zeigten. Vier Scheinwerfertraversen waren beweglich und veränderten ab und zu ihre Position, was auch sehr monströs wirkte.

Als Opener wurde der aktuelle Titel "Sehnsucht" ausgewählt, der meiner Meinung nach nicht die Power verbreitete, die sonst die Opener bei Schiller haben. Es folgte ein Mix aus Titeln des aktuellen Albums und bekannten Klassikern, z.B. "Schiller", "Ruhe", "Das Glockenspiel" oder "Ein schöner Tag". Absolute Highlights waren für mich "Sommernacht" und eine neue Instrumentalversion von "Dream Of You", die sehr techno-lastig war. Klasse! Christopher war gut gelaunt und hatte Spaß, die beiden Drummer Cliff und Ralf ebenfalls und gaben ihr Bestes. Mickey und Tissy an den Gitarren waren eher etwas verhalten, erst zum Ende hin taute Tissy auf. Christian an den zweiten Keyboards feuerte regelmäßig das Publikum an und war in gewohnter Weise lässig und souverän.

Kein Schiller ohne Kim Sanders! Die wunderbare Kim verzauberte in vier Stücken das Publikum mit ihrer einzigartigen Stimme und einer tollen Performance. Neben Kim war auch wieder Jette von Roth dabei, zart und zerbrechlich und manchmal etwas zu leise, aber sehr passend. Neu dabei war Jael, die "Tired" performte. Sie wirkte sehr professionell und passt gut in die Reihe der Schiller-Gastmusiker. Das i-Tüpfelchen für mich wäre nur noch Heppner gewesen mit seinen beiden Songs - aber dafür gab es ja "Dream Of You" als neue Version.

Nach ca. zwei Stunden beendeten dann die kalkulierten Zugaben (drei Titel) das Konzert und Schiller bedankten sich beim Publikum. Was danach bleibt sind taube Ohren und ein sehr nachhaltiger Eindruck von einem Abend der Superlative.

Fotos gibt es diesmal nicht. Ich wollte das Konzert dort erleben und mich nicht aufs Fotografieren konzentrieren. Dafür haben mir dann andere Leute vor mir ständig ihre Mini-Displays vor die Nase gehalten ...

Ein weiteres Konzert der "Sehnsucht"-Tour gibt es im September in Karlsruhe, also praktisch vor meiner Haustür. Ich wäre dumm, wenn ich da nicht nochmals hingehen würde.

Onetwo (Claudia Brücken & Paul Humphreys) live in Frankfurt/Main

"Onetwo" kennt fast keiner. Aber jeder, der in den 80er Jahren aufgewachsen ist, kennt OMD und Propaganda. Und "Onetwo" ist praktisch eine Verschmelzung der beiden Gruppen, die maßgeblich den Sound der 80er prägten. Eine Verschmelzung sowohl musikalisch als auch menschlich, denn Claudia (früher bei Propaganda) und Paul (früher - und auch noch heute - bei OMD) sind auch privat liiert. Doch das soll hier nicht diskutiert werden.

Das erste Mal habe ich sie als Vorband von Erasure im letzten September gesehen und ich war schon damals begeistert von dieser Musik, die typische 80er Elemente hat, aber auch sehr, sehr moderne Sounds mitbringt. Paul als Soundtüftler leistet da ganze Arbeit und die unverwechselbare Stimme von Claudia, die übrigens auch schon bei anderen (Blank & Jones, Andy Bell) als Gastmusikerin aufgetreten ist, passt wie keine andere Stimme dazu.

Für gestern nun war ein Konzert in Frankfurt/Main angesagt. Natürlich habe ich mir sofort eine Karte afür besorgt - und nicht nur für mich, sondern auch für Marlen aus dem Erasure-Forum. Eine gute Gelegenheit, sich gleich mal persönlich kennenzulernen! Wir verabredeten uns zwar für 19 Uhr, aber nach mehreren Staus es ist dann doch eine Stunde später geworden. Und wir haben uns sogar gefunden und erkannt; Marlen brachte auch ihren Mann Klaus mit, der ebenfalls für diese Musik zu begeistern ist - schön.

Also Karten abgeholt und runter in den Clubkeller, in dem das Konzert stattfinden soll. Viel Besucher waren zuerst nicht da, aber nach und nach wurden es dann mehr. Als Vorband spielte "Psyche", auch rein elektronische Musik und das war auch gar nicht so schlecht. Auch wenn der Sänger nicht immer jeden Ton traf. Aber dafür ist es live. Und dann endlich .... Claudia und Paul mit Unterstützung von Philip und einem mir Unbekannten. Claudia sah sehr gut aus, besser als im letzten Jahr in München - und sie waren alle gut drauf und haben sich gefreut. Aber noch mehr haben wir uns gefreut, sie zu sehen. Wir standen ganz vorn und da das Konzert eher Clubatmosphäre hatte, war alles sehr persönlich. Die Stimmung schaukelte sich schnell hoch. Ganz normal, wenn so Klassiker wie "Dr. Mabuse", "Duel", "Electricity" und die Stücke des aktuellen Albums "Instead" kommen. Claudia war ruhig, fast konzentriert, Paul war in seinem Element und zauberte die tollsten Sounds. Nach ca. 1 1/2 Stunden war das Konzert vorbei und Claudia und Paul kamen noch zu ihren Fans. Dabei ist uns ein Foto gelungen, von dem wir wohl nur geträumt haben:

 
Sehen wir da nicht alle sehr glücklich aus? Marlen und Tom umrahmt von Claudia und Paul - Wahnsinn!
 
Es war einfach ein wundervoller Abend und ich bin jetzt noch ganz angetan. Tolle Musik, gute Stimmung und liebe Freunde. Was will man mehr?

Mehr Bilder von dem Konzert in diesem Album.

Sonntag, 18. Mai 2008

Bowlingabend

Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen eines schönen Abends unter Freunden. Mit Jeni, Jin, Matze, Florian und Marco gings zum Bowlen und danach noch in die "Stadtmitte". Während bei allen irgendwann die Müdigkeit kam, fand Jeni kein Ende ...

Bilder dazu gibts in diesem Album.

Samstag, 17. Mai 2008

Jean Michel Jarre live in der Alten Oper in Frankfurt

Gestern nun war die Eröffnung meines persönlichen "Konzertfrühlings". Und wir wollen ja nicht kleckern, sondern klotzen und legen gleich rchtig los: Der Altmeister der elektronischen Musik Jean Michel Jarre in der altehrwürdigen Frankfurter Oper. Da weiß man von vornherein, dass es nicht so ein bombastisches Spektakel wie in Houston, Lyon, London, Paris, Peking .... wird. Nein, man beschränkt sich auf die Musik, nicht auf das drumherum. An sich schon mal ein guter Ansatz. Mein Platz in der 9. Reihe kostete satte 84 Euro. Der Meister ist eben teuer. Bevor das Konzert aber begann, traf ich noch Jens, den "Quizmaster" aus dem Erasure-Forum. Wir redeten kurz über alles mögliche, hauptsächlich über Jarre. Beim nächsten Erasure-Fanmeeting werden wir dann aber sicher mehr Zeit zum Quatschen haben.

Mit gut 15 Minuten Verspätung begann es dann. Die Einstimmungsmusik "Waiting For Cousteau" (ist gut gegen Kopfschmerzen) wurde ebenso wie das Licht im Saal abgeblendet und es herrschte eine Weile Dunkelheit. Dann wurde ein weißer Plastiksessel, der mit der Rückseite zum Publikum stand, angestrahlt und es ertönte "Guten Abend! Good Evening!" und aus dem Sessel sprang Herr Jarre heraus. Er war voller Tatendrang und wirklich gut drauf. So nah am Publikum ist er ja nicht wirklich häufig. Er erzählte uns dann etwas über "Oxygene" und dessen Neueinspielung und dass er sich freut, in Frankfurt sein zu können - einer Stadt, die für die elektronische Musik wichtig war. Weiter erzählte er etwas über seine alten Synthesizer, und die waren wirklich sehenswert. Ich meine, ich habe noch nie ein Modularsystem von Moog in Natur gesehen, gestern schon. Wow! Gleichzeitig warnte er uns aber auch vor seinen "alten Ladies", da diese manchmal zicken und Unfälle passieren können - diese will er aber dann mit uns (dem Publikum) gemeinsam erleben. So witzig das auch klingen mag: bei einem seiner letzten Konzerte (glaube in der Royal Albert Hall in London) gab der MomoryMoog seinen Geist auf. Er stellte nun noch seine drei Mitstreiter Perrier, Rimbert und Samard vor, von denen die ersten beiden bereits bei seinen ersten Konzerten unterstützend dabei gewesen sind.
 
Nun begann endlich das Konzert und die ersten elektronisch erzeugten Töne wurden in das Publikum gestreut. Man begann mit einem kurzen Tuning der Instrumente, denn analoge Synthesizer klingen jeden Tag anders und verlieren gerne mal die richtige Stimmung. Sehr beeindruckend, die alten Synthies in dieser Lautstärke zu hören. Und es war sehr laut, streckenweise taten mir sogar die Ohren pfeifen. Rein optisch war es weniger spektakulär, aber nichtsdestotrotz interessant. Man arbeitete viel mit Licht, weniger mit Projektionen (völlig Jarre-untypisch). Die Herren konzentrierten sich tatsächlich auf das Wesentliche. Fein. Und noch was Jarre-untypisches: der Meister spielte wirklich live und freute sich wie ein kleines Kind nach jedem Stück, dass alles so gut geklappt hat. Grausam nur war sein Part am Theremin. Nein, das kann er nicht wirklich spielen. Was er da gemacht hat, kann ich auch! Trotzdem bekam er dafür Applaus - wahrscheinlich deswegen, weil er endlich damit aufgehört hat. Jarre spielte also sein "Oxygene" komplett mit einigen neuen Zwischenstücken und es klang nicht immer so, wie auf dem Studioalbum, das ist ganz klar. Ich vermute aber, dass man als Zuhörer schon das Gesamtwerk im Ohr haben muss, um den Klängen folgen zu können. Jemand, der vorher noch nie das Album gehört hat, wäre sicher enttäuscht gewesen.

Mein persönliches Highlight war der goße Spiegel, der von der Decke gelassen und in einem Winkel von ca. 45 ° zum Publikum gestellt wurde, so dass man die Bühne von oben betrachten konnte. Mein Interesse an dem Konzert war ja eh nur zur Hälfte musikalisch motiviert, der Rest war technische Neugier. Und die wurde mit diesem Spiegel mehr als befriedigt. Was man sonst von vorn nicht sehen konnte, sah man nun aus einer genialen Perspektive. So viele alte Synthies ... einfach beeindruckend!

Pannen bei der alten Technik sind ausgeblieben, nur der ARP 2600 war etwas verstimmt. Das Publikum war begeistert und zollte dem alten Meister genügend Respekt und Anerkennung - vielleicht nicht unbedingt für das, was er an diesem Abend gemacht hat, so aber für sein Lebenswerk im Ganzen. Jarre hat es genossen und fühlte sich sehr wohl - eine ideale Stimmung für ein Konzert, welches seinen Preis wert war. Man muss sich das mal vorstellen: Da vorn auf der Bühne, nur wenige Meter entfernt, steht der Mann, der die elektronische Musik salonfahig gemacht hat und an dem sich Generationen von Musikern orientiert haben und weiterhin orientieren! So auch Schiller und Onetwo - und dies sind die beiden nächsten Events meines "Konzertfrühlings".