Freitag, 29. Mai 2009

Jean Michel Jarre live in Koblenz

Wenn der Altmeister der elektronischen Musik ein einziges Konzert in Deutschland gibt, dann pilgern Unmengen von Fans an den Ort des Geschehens: die Sporthalle in Koblenz. So machte auch ich mich auf den zweistündigen Weg in die Stadt im Rheinland und war noch vor dem Öffnen der Einlasstüren da. Einige waren natürlich noch schneller - aber das war egal. Es gab nur Sitzplätze und jeder hatte seinen Platz. So war es aber doch eine gute Gelegenheit, sich die Bühne und die Technik etwas genauer anzusehen. Mein Herz schlug höher, als ich die Sythesizer-Dinos stehen sah: ein ARP 2600, ein Modular-System von Moog und noch viele andere, die auch im letzten Jahr auf der Oxygene-Tour auf der Bühne standen. Die Sound- und Lichttechnik freilich war weniger antiquiert und so kam es, dass ich auf dem Bildschirm des Mischpultes die Tracklist für die Show sah. Und wieder schlug mein Herz höher! Ich habe aber die Liste schnell wieder vergessen, weil ich mich ja während der Show immer wieder überraschen lassen wollte. Die Halle füllte sich so langsam und ich nahm noch eine Frikadelle mit Brötchen und eine Apfelschorle zu mir. Die Frikadelle war wirklich sehr lecker!


Kurz nach halb zehn gingen dann die Lichter aus es es ertönte "Industrial Revolution" in einer sehr schönen basslastigen, getragenen Variante. Aus einer mit Laser projizierten Ebene tauchte eine Hand auf - die Hand des Meisters. Die Fans dachten sofort an die China-Konzerte von 1981, auch da tauchte er aus einer Laserebene auf. Das Publikum jubelte und Jarre ließ sich feiern. Das darf er auch. Persönlich hätte ich mir noch die anderen Parts von "Industrial Revolution" gewünscht, aber man kann nun mal nicht alles haben. Stattdessen folgte Hit auf Hit, alles sehr schön arrangiert, was wohl nicht zuletzt Claude Samard zu verdanken ist, der seit einigen Jahren dafür verantwortlich zeichnet. Die Stücke wurden "modernisiert" - und das stand ihnen sehr gut. Sehr gefallen hat mir "Magnetic Fields 2", was ich eigentlich schon nicht mehr hören konnte. Aber hier wurde es völlig neu mit tollem Beat, fast schon kindisch verspielt, vorgetragen. Respekt! Klar, es zischte und blubberte wieder überall - aber genau das ist Jarre. Jarre ist auch, dass er eine große Show macht und wahnsinnig ins Schwitzen kommt, während seine Kollegen Perrier, Rimbert und Samard völlig kontrolliert und routiniert spielen. Vor allem Perrier, lässig mit Basecap und großen Kopfhörern, als ob ihm das alles nichts anginge. Dabei war er es, der im Wesentlichen die Melodielinien spielte.
 
Manchmal kam es mir so vor, als wolle Jarre seinem Publikum etwas beweisen. Dabei muss er das nun wirklich nicht tun. Nun gut, die Fans diskutieren seit Jahren über drei Themen, wenn es um Konzerte geht:
- Spielt er auf Konzerten live?
- Funktioniert die Laserharp wirklich?
- Funktionieren diese "Perkussionselemente", auf die er gelegentlich mit der Hand schlägt?

Diese Fragen hat er mit dem Konzert wohl eindeutig beantwortet: Ja, ja und ja. Er spielt live, was man vor allem daran gemerkt hat, dass er bei einigen Stücken hin und wieder aus dem Rhythmus kam. Auch die Laserharp funktioniert. Dies machte er deutlich, als er die Stücke variierte und weitere Töne spielte, die in Studioaufnahmen nicht in dem Stück sind. Dass hier einer seiner Kollegen synchron auf Tasten gespielt hat oder die Line aus dem Sequenzer kam, ist in meinen Augen unwahrscheinlich. Und ja, er hämmerte sehr oft und spontan auf die Percussions ein, was man deutlich hören konnte. Auch hier hat niemand synchron gespielt.


Der Sound war sauber und klar, zum Schluss hin etwas zu laut. Die Lightshow war gut und es gab einige sehr schöne Darstellungen. Allerdings habe ich mir persönlich mehr erhofft. Was in jedem Fall super war: die Musik. Jarre hat's immer noch drauf und das Publikum ist ihm treu und dankbar. Man kann geteilter Meinung über ihn und seine Musik sein, aber eines ist sicher: er ist eine lebende Legende und hat einen bedeutenden Beitrag zur Musikgeschichte geleistet.
 
Einige von mir gemachte Fotos von dem Konzert gibt es in meinem Album.

Freitag, 22. Mai 2009

Kick-Off und 100 Euro vom Vorstand

Wie in jedem Jahr gab es auch für das abgelaufene Geschäftsjahr eine "Rückblick- und Motivationsveranstaltung", auch "Kick-Off" genannt. Fast alle 300 Mitarbeiter der Firma trafen sich aus den 15 deutschlandweiten Standorten im hessischen Hohenroda. Dort ist zwar nichts los, ist aber landschaftlich sehr schön, da es fast schon Thüringen ist.
 
Naja, ich will jetzt nicht den Ablauf der Veranstaltung hier wiedergeben. Nur soviel: es gab wie immer Vorträge, Essen und Trinken und wieder lustige Gruppenspiele. Nein, nicht sowas ... ich meine richtige Spiele, also Seilspringen, Montagsmaler, Lasergun-Schießen, Bowling mit Nintendo Wii und noch mehr. War ganz witzig und mir hats gefallen. Das mag wohl auch daran gelegen haben, dass ich beim Lasergun-Schießen immer die volle Punktzahl erreicht habe. Mein Chef hat seitdem Angst vor mir.
 
Worauf ich dann doch bissel stolz bin, ist der QM-Preis. QM steht für "Qualitätsmanagement" und wird jedes Jahr an einen von 300 verliehen, der sich für die Qualitätssicherung der Produkte in irgend einer Weise eingesetzt hat. Ich habe dies getan durch ein von mir entworfenes und entwickeltes Tool, welches seit Herbst 2008 Basis für unser Software-Management ist. Ich will auch nicht die Details erzählen ... Schön aber, dass dies mit einem 100 EUR-Einkaufsgutschein von amazon gewürdigt wurde. Solch Ehre - direkt vom Vorstand ...

Dienstag, 19. Mai 2009

SoundIntegration und "Experiences" auf last.fm

Obwohl ich mein Musikprojekt "Experiences" schon lange beendet habe, wollte ich doch die entstandenen Stücke einfach mehr Menschen zugänglich machen. Dafür gibt es in meinen Augen keine bessere Plattform als die Musik-Community "last.fm".
 
"SoundIntegration" manage ich bereits bei last.fm, seitdem ich dort angemeldet bin; einfach nur damit sich den Namen kein anderer schnappt. Gestern Abend nun habe ich die Tracks zu "Experiences" und eine Biografie für "SoundIntegration" veröffentlicht:
 
                             SoundIntegration auf last.fm
 
Viel Spaß!

Dienstag, 12. Mai 2009

Idioten gibts ...

Da fährt man nach getaner Arbeit zufrieden von einem Kunden in Pforzheim wieder nach Hause .... und schon kommt so ein Idiot auf nasser Straße viel zu schnell und schneidet so die Kurve, dass er direkt vor mir steht. Es stellt sich heraus, dass der Benz, den er eben zu Schrott gefahren hat, offenbar noch nicht mal bezahlt ist und er auch keinen Führerschein hat. Naja, die Polizisten haben sich darüber gefreut. Auf ihn kommt ne Menge zu, so auch die Reparatur meines lieben Passats und die Kosten für meinen Mietwagen, den ich mir sofort besorgt habe (auch schön, mal nen Audi A3 Sportback zu fahren). Nun hoffe ich, dass sich die Sache schnell erledigt und ich bald meinen armen Passat wieder habe ...

Samstag, 2. Mai 2009

Zeitreise

Samstag Abend, Marco ist bei einer Freundin und ich habe Zeit und auch Muse nur für mich. Solche Gelegenheiten, mehr Zeit für sich selbst zu haben, sollte ich öfters nutzen. Wird mir doch bewusst, dass wir schon mittem im Jahr 2009 sind und ich gar nicht weiß, wie die Monate geblieben sind. Grund genug, es mir auf der Couch gemütlich zu machen und ein paar Jahre zurück zu gehen - rein gedanklich vorerst. Das Gefühl kommt von selbst.
 
Los gehts mit dem Film "Sommersturm", den ich ja hier im Blog schon einmal ausführlich beschrieben habe. Nach kurzer Zeit war ich mittendrin - in Zeiten der Unbeschwertheit, der Entdeckungen, der ganz großen Gefühle und auch der Unsicherheit; letztenendes aber doch in einer Zeit, die zu meinem Leben gehört und ohne die ich nicht so leben würde, wie ich es jetzt kann.
 
Noch völlig im Sommersturm versunken, höre ich mir einige Lieder von Rosenstolz an. Diese Texte begleiten mich seit vielen Jahren, mal mehr und mal weniger intensiv. Erstaunlich aber, dass es für so jede Gefühlslage ein passendes Lied von Anna und Peter gibt. Gefühlslagen, die ich kenne und Texte, die mir nicht aus dem Kopf gehen. Vor ein paar Jahren erlebte ich das alles intensiver, mittlerweile ist es ja in meinem Leben "ruhiger" geworden und Ordnung eingekehrt. Naja, größtenteils zumindest.
 
Was ist eine Zeitreise ohne Bilder? Ich brauch nicht unbedingt Fotos, um zurückzublicken. Aber sie unterstreichen doch die Erlebnisse von damals und ich erkenne in den Bildern, die ich vor Jahren gemacht habe, noch so ziemlich genau, wie ich mich in den jeweiligen Situationen gefühlt habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass es von einer Begebenheit im Jahr 2001 nicht ein einziges Foto gibt, ich mich aber an Einzelheiten dieses Sommertages in München so gut erinnern kann, als wäre es gestern gewesen. Aber darüber will ich ein anderes Mal erzählen ...