Donnerstag, 25. September 2008

Tribal

Tribal bringe ich in erster Linie mit dem "Tribal House" in Verbindung, einer Stilrichtung der House-Musik gegen Ende der 80er Jahre. Aber die Bezeichnung "Tribal" beschreibt auch eine ganze Gruppe von Tattoo-Motiven, die nach wie vor sehr beliebt sind. Was hat das mit mir zu tun?
Nun ja, in der ersten Urlaubswoche liefen wir so durch Wernigerode und haben festgestellt, dass sehr viele Leute an den verschiedensten Stellen irgend ein Tattoo haben. Hier im Südwesten ist das nicht so stark ausgeprägt, zumindest fällt es nicht so auf. Mir kam nun der Gedanke, dass mir so etwas auch gefallen könnte und vielleicht nicht mal schlecht aussehen würde. Also entschied ich mich dazu, mich auch etwas "verzieren" zu lassen. Und es sollte ein Tribal werden, am linken Oberarm - das stand fest. Die Suche nach einem Motiv und einem guten Tattoo-Studio jedoch gestaltete sich sehr schwierig. Zumal man in Karlsruhe da Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr hat. Nach einigen Telefonaten habe ich dann ein Studio in Baden-Baden gefunden, und dann ging alles ziemlich schnell. Aus hunderten von Vorlagen habe ich mir einige ausgesucht, die mir gefielen und aus denen wurde dann ein neues Motiv entworfen. Dieses konnte ich zwei Tage später anschauen, wobei wir dann noch einige Änderungen dran gemacht haben. Und dann gings los! Das Aufzeichnen der Umrisse mit einem Stift auf den Arm war ein wunderbares Gefühl - verglichen mit dem, was danach kam. Nach 3,5 Stunden war ich erlöst und wollte eigentlich nur noch nach Hause ins Bett.

Das war vor einer Woche. Heute nun kann ich sagen, dass sich die Schmerzen gelohnt haben. Schade nur, dass man bei dem Wetter nicht viel davon sieht ...

Samstag, 13. September 2008

Neues Album: Urlaub im Harz

Die Woche im Harz verging ziemlich schnell - als Erinnerung bleiben aber ein par Fotos. Das neue Album ist online.

Freitag, 5. September 2008

Von Freundschaft und wundersamen Eisbechern

Und wieder einmal konnte ich das Notwendige mit dem Angenehmen verbinden: Ein beruflich bedingter Besuch unserer Geschäftsstelle in Bremen gab die Möglichkeit, einen Abstecher zu Johnny nach Oldenburg zu machen. Das letzte Mal haben wir uns im Februar gesehen und als mich Johnny begrüßte, sagte er: "Hmm ... Du warst doch erst hier?". Naja entweder vergeht die Zeit so schnell oder der letzte Besuch ist so lebendig in Erinnerung geblieben. Wir tauschten die Neuigkeiten aus und schwelgten mal wieder in der Vergangenheit, in der wir ja doch sehr viel erlebt haben, woran man sich gerne erinnert. Oftmals sieht man die Ereignisse dann sogar aus einer anderen Perspektive. Dass dieser Abend aber auch ein Ereignis bereithalten wird, worüber wir sicher noch öfters erzählen werden, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Was mich nun wieder beeindruckte war die Tatsache, dass wir uns sofort über die seltsamsten Themen unterhielten, obwohl wir uns ein halbes Jahr nicht gesehen haben. Aber das war ja bei unserem letzten Mal genau so. Ich denke, das ist es auch, was eine richtige Freundschaft ausmacht: Vertrauen. Sich die persönlichsten Dinge anzuvertrauen, über die man sonst mit keinem spricht. Das macht man nur mit guten, besten Freunden. Das haben wir auch früher schon gemacht, aber darüber nachgedacht haben wir noch nicht - denn es war einfach selbstverständlich. Und das ist es auch heute noch. So ist Johnny der Einzige, der weiß, was mir am Abend zuvor in Bremen noch passiert ist ...
 
Nochmal zu der anderen Perspektive über die Dinge der Vergangenheit. Wir beide sind ja sehr oft zusammen ausgegangen, am liebsten ins Chemnitzer "Starlight", in die Jenauer "B 88" oder ins Weimarer "Nordlicht". Wir haben da die schönsten Abende erlebt. Nun offenbarte mir aber Johnny, dass er sich da ab und zu räumlich von mir etwas entfernt hatte, weil ich da immer die Jungs angebaggert hätte und er nichts damit zu tun haben wollte. So so ... das war mir damals gar nicht bewusst gewesen. Und heute zählt dies wohl eher zu dem Kapitel "Wir waren einmal jung". Oder doch nicht?

Nun ging es aber erstmal um das Thema "Abendessen". Da wir Beide seit dem Frühstück nichts gegessen hatten, waren wir entsprechend hungrig. Die Entscheidung fiel spontan und schnell auf thailändisch. Und es war in der Tat die richtige Wahl, denn sowohl das Essen als auch das Ambiente war purer Genuss. Wir waren fast überfüllt, jedoch stand uns der Sinn nach einem Eisbecher. Da das örtlich ansässige Eiscafé bereits die Türen geschlossen hatte und an der Theke die gesamte Verwandtschaft rumlungerte, entschieden wir uns für ein italienisches Etablissement ("Restaurant" trifft die Sache nicht so ganz). Wir bestellten jeder einen Eisbecher: Johnny einen Amarenabecher und ich einen Erdbeerbecher. Dann kam der Bediener zurück und meinte, dass sie keine Erdbeerbecher mehr hätten. Stattdessen könnte ich ja einen Früchtebecher essen (mit viel Erdbeeren?). Ich entschied mich aber für einen Kirschbecher. Nun wurden die Teile gebracht. Von der Zusammensetzung her waren sie identisch, nur dass bei Johnny süße Amarenakirschen drin waren und bei mir ganz normale Kirschen mit Kern(!). Die Schlagsahne hat ja ganz gut geschmeckt. Doch dann kam das Eis. Gerne erläutere ich das näher:
  • Zitroneneis: schrecklich süß, wie Zitronen nun mal so sind,
  • Bananeneis: schmeckte wie eine alte, bereits braun gewordene Banane - und das sehr intensiv,
  • Staciatellaeis: eigentlich geschmacksneutral, keine Ahnung woraus die Schokoladenstückchen waren, 
  • Vanilleeis: schmeckte nach Vanille, war im Vergleich zu den anderen Sorten annehmbar,
  • Meloneneis: erinnerte mich von der Konstistenz eher an eine Stirnhöhlenvereiterung.
Bis auf Vanille haben die übrigen Eissorten eher nichts in den von uns bestellten Eisbechern zu suchen. Aber selbst wenn man darüber hinwegsieht, so war doch der Geschmack des Eises sehr bizarr. Solche derart unschmackhaften Eisbecher hatten wir noch nie gehabt. Wir haben an diesem Abend den Geschmack etwas anders, eher vulgärer, beschrieben. Wie wir uns beim Verzehr dieser wundersamen Dinge gefühlt haben, spiegeln die Fotos ganz gut wider. Alles in allem ein Erlebnis, an das wir uns noch gerne erinnern werden.

So war dann auch dieser Abend zu Ende und ich fuhr zurück nach Bremen - mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Donnerstag, 4. September 2008

Schiller: Sehnsucht in Karlsruhe

Gestern war ich zum zweiten Schiller-Konzert der aktuellen "Sehnsucht"-Tour, diesmal vor meiner Haustür in Karlsruhe. Leider war ich allein, da niemand sonst mitgehen wollte. Da kann ich nur sagen: Pech gehabt. Denn das Konzert war absolut spitze. Da die Karlsruher Europahalle eher klein ist, war auch die Bühne nicht so groß aufgebaut wie im Mai in Stuttgart. Auch die Konzertatmosphäre war viel angenehmer. Der Sound war genial und die Lichtshow ebenfalls. Schiller trat in der gleichen Besetzung wie in Stuttgart auf. Nur diesmal hatte ich das Glück, sehr weit vorn zu stehen und ich sah die Künstler direkt vor mir. Auf der Bühne war eine geniale Stimmung. Dies äußerte sich vor allem in den bekannten Känguruh-Sprüngen von Herrn Thiers. Zur Freude aller waren die Zugaben um zwei Titel länger als in Stuttgart und ich habe mich sehr gefreut, als Kim Sanders "I've seen it all" sang - eines meiner Lieblingsstücke.
Das Karlsruher Konzert war für mich das emotional beste. Mehr Gefühle kann man wahrscheinlich nicht rüberbringen, so wie das gestern geschehen ist. Nun kann ich es kaum erwarten, bis die DVD zur Tour herauskommt.

Gegen Mitternacht ging es dann völlig verausgabt und verschwitzt mit der Straßenbahn wieder nach Hause. Ein Raunen ging durch die Bahn, als die Haltestelle "Schillerstraße" angekündigt wurde.