Samstag, 16. Dezember 2017

Alison Moyet - "The Other Tour" in Karlsruhe

Mit ihrer unverwechselbaren Stimme ist sie für mich schon immer eine Ikone: Alison Moyet. Egal ob in den achtziger Jahren gemeinsam mit Vince Clarke als "Yazoo" oder in den Neunzigern Solo - nur wenige Künstlerinnen zeigten und zeigen sich meiner Meinung nach so ausdrucksstark. Sie war schon immer eher ein Insider-Tipp; sie wurde nie durch die Medien gepusht und den Erfolg den sie noch heute hat, ist einzig ihrem wirklichen Talent zuzuschreiben. Gestern Abend machte Alison Moyet auf ihrer "The Other Tour" auch Station im Substage in Karlsruhe. Prima, das ist nur 10 Gehminuten von mir entfernt.

Das Haus war offenbar ausverkauft. Das Publikum ab 35 Jahren aufwärts. Jüngere kennen diese großartige Sängerin wohl auch kaum. Pünktlich um 21 Uhr begann das Konzert in einem sehr dynamischen Sound. Zusammen mit ihren beiden Musikern betrat sie die Bühne. Ich war überrascht, wie gut sie aussah. Ich habe noch immer die Bilder aus den Neunzigern vor mir ... nun ja. Aber da vorn stand eine Persönlichkeit, eine "große Dame". Und das unterstrich sie ganz klar mit ihrer wunderbaren und kräftigen Stimme.


Mich irritierte aber etwas ihre Mimik. Ihr Gesicht zeigte ernste, ja fast böse Gesichtszüge, so als ob ihr das alles zu viel wäre. Und ihre beiden Musiker schauten auch sehr finster. Hinzu kam noch, dass sie bewusst den Blickkontakt mit einigen im Publikum suchte. Und da ich nun mal ziemlich groß bin, traf es des Öfteren auch mich. Mir war das ehrlich gesagt nicht geheuer und ich fühlte mich irgendwie schuldig. Also schaute ich sie einfach nicht mehr an. Doch nach dem Lied begrüßte sie erst einmal das Publikum, bedankte sich vielmals uns sagte, wie froh sie ist, dass so viele Gäste erschienen sind. Dabei lachte sie und zeigte sich durchaus von ihrer freundlichen Seite. Ok, jetzt habe auch ich es verstanden - es ist halt Show :-)


Ihre Mimik und auch ihre Bewegungen spielten beim weiteren Konzert neben Ihrem unvergleichlichen Gesang weiterhin eine wichtige Rolle. Auch das überraschte mich, denn als sie vor einigen Jahren nochmals zusammen mit Vince Clarke unterwegs war, las man über die Konzerte bezüglich Ihrer (Nicht-)Performance eher Enttäuschendes.

Von den Titeln her war es ein bunter Mix aus allen Jahren. Natürlich gab es ein paar sehr schöne neue Stücke vom aktuellen Album "Other". Noch mehr eingeschlagen sind aber ihre Hits aus den Achtzigern und Neunzigern, die alle modern arrangiert waren. Zu einigen Stücken erzählte sie etwas über deren Hintergrund. Und dabei zeigte sie sehr viel Humor bei Themen wie dem Alter und ihre eigene Vergangenheit.


Es ist schon ein gutes Gefühl, wenn eine Musikerin, deren Musik mich über die ganzen Jahre begleitet hat, live vor mir steht und man sieht, dass auch sie älter geworden ist und sie mit ihren Worten den Nerv des gesamten Publikums trifft. Als Künstlerin ist sie eine der wenigen Divas, als Mensch einfach nur sympathisch.

Danke für diesen bemerkenswerten Abend!


(Qualität bitte auf 1080p einstellen)

Sonntag, 26. November 2017

Sunshine live "DIE 90ER LIVE on Stage" - Das Jubiläum

Mindestens seit Mai machte der Mannheimer Radiosender "sunshine live" Werbung für ein ganz großes Event: das fünfjährige Jubiläum von "sunshine live - Die 90er - Live on Stage". Trocken gesagt, eine Musikveranstaltung in der Maimarkthalle Mannheim. Tatsächlich aber neun Stunden Party mit vielen Stars der guten Neunziger Jahre. Von gestern Abend an bis heute früh fünf Uhr bebte die Maimarkthalle - und Tobi und ich waren nur zwei von zehntausend Menschen, die zur Feierstimmung beitrugen. Es gab zwei Floors; der große "Dancefloor" und ein kleinerer "Ravefloor". Leider konnte man sich ja nicht zerteilen, so dass wir uns immer für einen der Floors entscheiden mussten. Auf dem Ravefloor waren wir nur relativ kurz. Zu eng und irgendwie kam nicht so die super Stimmung auf. Ganz anders auf dem Dancefloor. Zunächst waren da viele austauschbare Eurodance-Stars mit ihren bekannten Liedern. Geändert hat sich das, als Alex Christensen ("U96") auf die Bühne kam. Den Schlussact machte Dune. Allerdings waren unsere Kräfte endgültig erschöpft, so dass wir eine halbe Stunde vor Ende aufgeben mussten.


Heute gibt es hier nicht viel Text von mir. Dafür aber ein Video, das für sich spricht (stellt die Wiedergabequalität auf 1080p ein).

Samstag, 16. September 2017

Meine Klettertour auf die Große Zinne

Die "Drei Zinnen" sind wohl das berühmteste Fotomotiv der Dolomiten. Wuchtig und erhaben stehen sie da, manchmal ganz oder teilweise versteckt in den Wolken. Der mittlere Berg, die "Große Zinne", ist 2.999 Meter hoch. Wenn man also auf deren Gipfel stünde, dann wäre der eigene Kopf mit Sicherheit in einer Höhe von dreitausend Metern.


Stünde .... wäre .... träumen? Mal kurz überlegen. Klettern kann ich ganz gut. Und was man so über die Besteigung der Großen Zinne liest, klingt für mich nicht unrealistisch. Die Nordwand ist natürlich zu schwer. Aber der Normalweg ist Kletterei im dritten Grad, die Schlüsselstelle ist ein Kamin mit 4-. Aufstieg in ca. drei Stunden, Abstieg auch. Warum also nicht mal versuchen - und schaffen?

Diese Gedanken hatte ich vor nicht einmal einem Jahr. Also war irgendwie klar, dass der September-Urlaub 2017 in die Dolomiten nach Südtirol gehen wird. Ich suchte nach einer geführten Tour durch einen professionellen Bergführer und wurde bei der Alpinschule in Sexten fündig. In meinem Kopf war also alles vorbereitet ...

September 2017. Urlaub in Sankt Lorenzen in Südtirol. Am Montag, dem ersten Urlaubstag, ging es gleich nach Sexten und ich meldete mich bei der Alpinschule an. Man würde sich die Tage telefonisch bei mir melden, wenn es einen Termin gibt. Ok - das wäre geklärt.

Am Dienstag hüllten sich die Gipfel der Dolomiten in Wolken. Trotzdem ging es mit dem Auto rauf zur Auronzo-Hütte. Schließlich hatte ich die Drei Zinnen noch nie in echt gesehen und ich wollte wissen, worauf ich mich da eingelassen habe. Hier oben auf 2.300 Metern hingen die Wolken tief. Manchmal schaffte es ein Sonnenstrahl, die leicht eingeschneiten Gipfel zum Leuchten zu bringen. Es wehte ein kalter Wind. Alles war sehr unwirtlich; die Natur zeigte sich von ihrer rauen Seite. Trotzdem beschloss ich, auf einer Wanderung die Drei Zinnen zu umrunden. 


Warm eingepackt lief ich also los in Richtung Lavaredo-Hütte, entlang an der Südseite der Drei Zinnen. Diese zeigten sich nun immer mehr, denn die Wolken wurden weniger und die Sonne strahlte öfters. Zwischen Lavaredo-Hütte und der Dreizinnenhütte gab es nun die spektakulärsten Anblicke dieser wunderschönen Berge: Einmal im vollen Sonnenglanz, ein andermal bedrohlich und geheimnisvoll unter dunklen Wolken. Im Hinterkopf hatte ich dabei immer die Gedanken daran, dass ich dieser Tage auf dem Gipfel der Großen Zinne stehen würde. Klein und ehrfürchtig stand ich vor ihr. Und es kamen Zweifel auf. Werde ich diese Höhe schaffen? Wird das Wetter gut sein, denn am schneebedeckten Fels macht Klettern keinen Spaß? Doch ich blieb optimistisch.


Nach erfolgreicher Umrundung der Drei Zinnen im Auto ein Anruf. Die Alpinschule. Es gibt noch einen Zweiten, der auf die Große Zinne will. Es kann also losgehen. Treff morgen, Mittwoch, um 6:30 Uhr an der Tankstellen Toblach. Was folgte, war eine unruhige Nacht mit wenig Schlaf.

Mittwoch, 6.9.2017, 4:54 Uhr. Ich schleiche aus dem Bett und mache mich fertig. Mit dem Auto geht es nach Toblach. Ich stehe nur kurz dort, da kommt ein Herr auf mich zu und fragte "Thomas?". Er stellte sich als Martin vor und er ist heute mein Bergführer. Im Schlepptau hatte er Dirk, der das gleiche vor hatte wie ich. Jetzt muss ich da also durch, auch wenn ich müde war und nicht wirklich gefrühstückt hatte; mein Magen grummelte vor sich hin. Ich nahm meinen Rucksack und sprang zu ihm ins Auto. Los ging die Fahrt zur mir schon bekannten Auronzo-Hütte. Das Wetter war vielversprechend, ein paar Wolken ziemlich weit oben. Die Gipfel waren also frei. Auch lag kein Schnee mehr auf ihnen. Offenbar hatten wir einen guten Tag erwischt.


An der Auronzo-Hütte angekommen liefen wir auch gleich los. Es war viel wärmer, als ich vermutet hatte, so um die 7 Grad. Gegen 7:15 Uhr ließen wir die Hütte hinter uns und wanderten zum Einstieg in die Kletterroute. Es ging über Geröllhalden in Serpentinen zum Fuß der Südseite der Großen Zinne. Keine Touristen, Ruhe und Sonnenaufgang in den Dolomiten. Allein das war es wert, so früh aufgestanden zu sein. Nur ein paar andere Kletterer waren auf dem Weg vor uns.



Am Einstieg angekommen, präparierten wir uns für die Tour. Jacken aus (wir hatten die Sonne im Rücken), Gurt an und Helm auf. Martin nahm uns ans Seil und wir bildeten somit eine Dreier-Seilschaft. Er erklärte uns, wie wir am besten die ersten Schritte an der Wand machen sollten. Ok kein Problem.


Ab nun ging es senkrecht nach oben. Zwischendurch liefen wir auf einigen Bändern waagerecht an der Wand. Das war eine schöne Kletterei! Nicht sehr schwer. Der Fels fühlte sich gut an und bot meinen Fingern und Schuhen ausreichend Halt. Ab und zu gab es mal ein paar schwierigere Stellen, die aber alle - mit Martins Tipps - zu meistern waren.


Ich merkte sehr schnell, dass das Alpinklettern sich doch vom Sportklettern unterscheidet. Hier am Berg ging es nicht darum, möglichst kurze und schwierige Passagen zu klettern, sondern genügend Kondition zu haben, um oben anzukommen. Und man hat einen Rucksack auf dem Rücken, was beim Sportklettern eher selten der Fall ist. Trotzdem konnte ich viel von dem, was ich bisher an Klettertechnik erlernt hatte, einsetzen. Das half mir, viel Kraft zu sparen. Fortan sagte unser Bergführer Martin zu Dirk: "Schau zu, wie Thomas das macht. So musst du das dann auch machen!". Man war ich stolz!


Nun kamen wir an den Kamin, der als schwierig beschrieben wurde. Ok, schön sah er nicht aus. Es war dunkel darin und der Fels feucht. Martin stieg vor und gab uns Tipps. Beim ersten Zug hatte ich Schwierigkeiten, mit den Füßen Halt zu finden, da sie immer wieder weg rutschten. Aber irgendwann klappte es und ich konnte den Rest vom Kamin durchsteigen. So schwierig fand ich den am Ende nicht. Es hätte aber auch anders sein können.

Ab nun ging es mit moderater Kletterei immer weiter nach oben. Die Luft würde dünner, das merkte ich doch recht deutlich. Auch spürte ich die Müdigkeit immer mehr. Irgendwann sagte Martin, dass nach der nächsten Ecke das Gipfelkreuz kommt. Schon oben? Ja, da war das Kreuz und an ihm saß die Seilschaft, die vor uns war. Sie begrüßten uns mit einem "Berg heil!".


Ich war nun auf dem Gipfel der Großen Zinne, es war 10:45 Uhr und ich konnte es gar nicht richtig glauben, dass ich hier oben stehe. Erst mal was trinken und essen, Fotos machen. Ich trug mich ins Gipfelbuch ein. Da sitzen und die Aussicht genießen ... nein nicht die Aussicht, sondern das Gefühl, den Berg bezwungen zu haben! Und nochmal war ich stolz - und wie!


Nun mussten wir aber wieder nach unten. Wieder bildeten wir eine Seilschaft und Martin übertrug mir die Führung an der Spitze. Natürlich sagte er, wo ich laufen bzw. abklettern soll, denn den Rückweg zu finden, ist hier oben schwierig. Zumal meine Kräfte immer mehr zur Neige gingen - physisch wie psychisch. Umso mehr freute ich mich über die Stellen, an denen uns Martin abseilte. Die längste Strecke war 50 Meter - cool. Mehr und mehr kamen wir in den unteren Bereich des Berges. Aus festem Fels wurde Geröll, auf dem man schnell rutschen konnte. Und natürlich traten wir eine kleine Geröll-Lawine los. Zum Glück hat die Seilschaft vor uns, die schon weiter unten waren, nichts davon auf den Kopf bekommen.

So langsam kam ich an meine Grenzen. Das Absteigen fiel mir immer schwerer und ich war unsicher, im Geröll guten Halt zu finden. Ich war sehr vorsichtig und vieles ging gewissermaßen automatisch. Martin gab die Richtung an und ich lief einfach. Als wir wieder den Fuß erreichten, lösten wir die Seilschaft und jeder lief oder rutschte für sich über die Geröllfelder weiter nach unten. Wir trafen uns dann mit der Seilschaft vor uns. Martin übergab uns beide deren Bergführer, denn er musste noch mit einem Kollegen einen Klettersteig in der Nähe reparieren. Wir verabschiedeten uns von ihm und bedankten uns für das einmalige Erlebnis. Unser neuer Bergführer Herbert leitete uns sicher zur Auronzo-Hütte, in der wir gegen halb drei in gemütlicher Runde etwas tranken und über das Erlebte sprachen. Dann ging es mit dem Auto zurück nach Toblach.

Es war ein Erlebnis, wie ich es noch nie zuvor hatte. Auf dem Gipfel der Großen Zinne stehen ... ich bin über mich selbst hinausgewachsen, denn es war schon fordernd. Jetzt kann ich auch besser nachvollziehen und bestätigen, dass man beim Bergsteigen nicht den Berg, sondern sich selbst besiegt. Und noch eines: Wenn man einen Gedanken zu etwas hat, was man gerne machen will, dann ihn nicht einfach verwerfen, sondern machen!!

Den GPS-Track der Tour mit weiteren Fotos gibt's hier.


Montag, 17. Juli 2017

Houserunning - man sagt, ich sei irre

Dabei war es doch nur ein Gutschein zum Geburtstag, den ich gestern eingelöst habe. Zugegeben, dieser Geburtstag ist schon knapp zwei Jahre her und ich habe das ganze etwas hinausgezögert. Denn bei dem Gedanken an das, worum es geht, wurde mir schon etwas anders zumute:

"Houserunning" am Frankfurter Leonardo Hotel. Und das ist genau was? Ganz simpel: Man stellt sich auf die Dachkante eines 100 Meter hohen Hochhauses und "läuft" an Seilen hängend die Fassade hinunter.


So etwas habe ich vor zwei Jahren schon einmal im Harz an der Talsperre Wendefurth gemacht. Allerdings betrug die Höhe der Staumauer und somit der Laufweg nur etwas über 40 Meter. Der Gutschein versprach also doch ein wenig mehr Adrenalin.

Aber so schlimm war es dann gar nicht. Als ich das Hotel von unten anschaute, dachte ich mir, dass das gar nicht so hoch aussieht. Es waren auch noch andere "Läufer" da, die gerade von oben kamen. Sah gut aus! Marco war um ein vieles mehr aufgeregter als ich, obwohl er nur Zuschauer war. Das zeigte sich vor allem auch darin, dass er meinen Run vom Boden aus filmte - allerdings im Hochformat. Dabei habe ich ihm vorher ausdrücklich gesagt, dass er das bitte im Querformat machen solle, denn der Fernseher zu Hause steht ja auch nicht im Hochformat rum.

Nun wurde ich mit ein paar anderen Läufern per Hotelaufzug nach oben gebracht. Ich glaube, da stand was von 26 Stockwerken. Oben angekommen, kletterten wir auf das Dach und schon standen wir auf dem Hotel. Wir bekamen eine kurze Einweisung und erfuhren, was nun passiert.

Die Besonderheit bei dem Run in Frankfurt ist, dass es sich hierbei um das höchste Gebäude handelt, wo man so etwas macht. Diese Höhe erlaubt es, dass man ab einem gewissen Punkt von der Fassade wegspringen kann und die Coaches auf dem Dach in diesem Moment sehr viel Seil geben. Das bedeutet, dass man ein Stück im freien Fall fliegt. Das ganze kann man zwei Mal machen, dann ist man fast unten. Das klang spannend!

Nun ging es los. Dummerweise war ich der erste, der in der Reihe stand (weil ich der letzte war, der in den Aufzug gegangen ist - aus Höflichkeit - und somit der erste, der wieder raus ist). Meine Mitläufer, die nach mir dran waren, äußerten Bedenken an dem, was die da gleich tun. Einer hatte Höhenangst und meinte (scherzhaft), dass er wieder umkehren würde. Aber das tat niemand!

Ich wurde nun am Rücken mit den Seilen verbunden und durfte mich mit halber Schuhlänge an die Dachkante stellen, die andere Hälfte ragte über die Dachkante hinaus. Das war schon ein toller Ausblick auf die Skyline. Auch schaute ich nach unten, was mir rein gar nichts ausmachte. Vor dem Moment des nach-vorn-Kippens hatte ich schon etwas Bauchkribbeln, aber ich tat das dann einfach ohne nachzudenken. Und dann ging's weiter ... einfach nach unten laufen, was aber gar nicht so einfach war bei einer Körperlage, die um 90 Grad gedreht ist. Irgendwann durfte ich dann springen und dann ging es richtig schnell nach unten. Woooow, das war ein Gefühl! Und gleich nochmal! Fast unten angekommen, hatte ich logischerweiss den Kontakt zur Fassade gänzlich verloren und drehte mich irgendwie am Seil. Unten wurde ich dann sehr freundlich entgegengenommen und ich war total geflasht. Mein erster Gedanke: "Das werde ich wieder machen!!".

Freunde, Bekannte und Kollegen, die von dieser Aktion erfuhren, fanden das ziemlich cool. Die meisten sagten aber zugleich, dass sie das selbst nie machen würden. Einige meinten, ich sei irre.

Nun vielleicht bin ich irre - gerade weil mir das Stehen an der Dachkante nichts ausgemacht hat. Was ich aber mit Sicherheit bin: zufrieden. :-)



Freitag, 14. Juli 2017

Jean Michel Jarre open-air in Bonn

Es war mein zehntes Jarre-Konzert, welches ich am vergangenen Mittwoch besuchte - und das erste unter freiem Himmel. Das ganze fand in Bonn auf dem "KUNST-Rasen"-Gelände statt, direkt neben dem Posttower. Die Schlange am Einlass war noch relativ kurz und wuchs hinter mir doch sehr schnell an. Auf dem Gelände dann verliefen sich aber die Menschen, auch wenn alles gar nicht so groß aussah. Die Bühne fand ich für Jarre-Verhältnisse eher sehr klein; auch die Lautsprecher. Ich war etwas skeptisch ...

Gegen 21 Uhr ging es nun los. Wie zu dieser Jahreszeit üblich, war es natürlich noch nicht richtig dunkel. Lediglich die Regenwolken, die ihr Wasser aber bei sich behielten, verdeckten die untergehende Sonne. Trotzdem waren die Projektionen der LED-Panels hell und deutlich sichtbar. Bässe. Und was für welche. Wir standen auf einer Wiese und um uns herum gab es nur Bäume, die den Schall etwas einfangen konnten. Trotzdem bebte der Boden. Da bekam ich doch etwas Gänsehaut und eine Frau neben mir sagte, dass sie gleich anfängt zu heulen. Nicht nur die Bässe waren überragend, sondern auch die übrigen Sounds, die klar und laut beim Publikum ankamen.

Die LED-Panels zeigten überwiegend bekannte Motive, die ich vom letzten Konzert in Frankfurt kannte. Was ja auch klar war, denn auch dieses Konzert gehörte zu Jarre's "Electronica-Tour". Er spielte überwiegend Stücke der beiden "Electronica"-Alben, aber natürlich auch Klassiker, die nicht fehlen dürfen. Die Setlist wurde etwas umgebaut und es gab zwei neue Stücke, die in Frankfurt so noch nicht zu hören waren. "Herbalizer" und das recht alte "Zoolookologie" in einem völlig neuen Gewand. Beide Stücke gefielen mir gut, kamen aber nicht an meine Lieblinge "Oxygene 8" und "Stardust" heran. "Oxygene 8" klang ein wenig anders als in Frankfurt; noch kraftvoller und klarer. Naja und "Stardust" als Abschluss des Konzerts heizte nochmal so richtig ein.

Es müssen nicht immer die ganz großen Hallen sein. Es müssen auch nicht immer die Mega-Konzerte sein. Jarre geht auch etwas kleiner. Der Qualität und dem Spaßfaktor tut das keinen Abbruch. Es war wieder einmal Jarre in Reinstform.





Freitag, 31. März 2017

Kebu - Perplexagon Tour 2017

Kebu, so nennt sich der finnische Musiker, der mir bis vor drei Wochen völlig unbekannt war. Sein Name fiel mir im Zusammenhang mit dem "Schallwelle"-Preis auf; dieser Preis wird jährlich an Künstler aus der Szene der elektronischen Instrumentalmusik verliehen. Auf Youtube fand ich nun Videos von einigen seiner Live-Auftritte, so wie dieses hier:


Wer nun meinen Musikgeschmack kennt, der weiß, dass das ganz meine Wellenlänge ist. Oh ... und was stand da eben? On Tour? Volltreffer, sogar Karlsruhe ist neben einigen anderen wenigen deutschen Städten dabei. Und dann noch im "Tollhaus", da bin ich zu Fuß in zehn Minuten. Also gleich Karte gekauft. Natürlich war es wieder fast unmöglich, noch jemand zu finden, der da mitkommt. Aber da habe ich den Tobi gefragt und in ihm einen Verbündeten für den gestrigen Abend gefunden. Endlich mal einer, der meinen Musikgeschmack teilt und nicht zig Kilometer weit weg wohnt.

Vor dem Konzert verabredeten wir uns noch auf ein Eis und dann liefen wir zum Tollhaus. Etwas skeptisch schauten wir uns im Eingangsbereich um; es waren kaum Leute da. Einer fiel mir aber sofort auf - den habe ich schon auf fast jeden Elektronik-Konzert gesehen, auf dem ich auch war. Ich sprach ihn gleich an. Er heißt Tom und kommt aus Speyer, also auch gar nicht weit weg. Wir unterhielten uns ein wenig über die aktuellen Jarre-Konzerte, verliefen uns dann aber im Saal.

Auf der Bühne eine Burg an Analog-Synthesizern, denn Kebu nutzt keine digitalen. Das sah schon mal beeindruckend aus. Alles andere war Erwartung.

Mit einiger Verspätung kam er nun auf die Bühne, begrüßte uns kurz (mittlerweile waren es doch noch mehrere geworden) und legte gleich los. Etwas ruhig, aber sehr kraftvoll. Die Akustik war ganz passabel, auch wenn man keine Lautsprechertürme wie bei anderen Konzerten sah. Ein paar Lichteffekte gab es auch und im Hintergrund liefen verschiedene Projektionen. Für die Größe des Konzerts gab es an Optik und Akustik absolut nichts zu meckern.

Die Titel, die er spielte, wurden nun rhythmischer und schneller, alle durchweg mit einer exzellenten Basslinie. Und auch die Sounds, die er den analogen entlockte, waren keineswegs verstaubt und altmodisch. Im Gegenteil. Streckenweise waren das astreine Trance- und Techno-Sounds. Kurz vor der Pause erklärte er uns dann etwas von der Technik. Da er ja nur allein auf der Bühne steht, die Stücke aber sehr komplex sind, könnte man ja meinen, dass der Rest "vom Band" käme. Aber wie ich schon vermutet habe, nutzt er natürlich einen Sequenzer, der die Synthies ansteuert. Er sagte, dass er dann den einen oder anderen Track vom Sequenzer übernimmt und live spielt oder ihn an den Sequenzer übergibt, um einen anderen Track zu spielen. Das konnte man dann auch ganz gut sehen. In der Pause habe ich Tobi dann erklärt, was ein Sequenzer ist und wie man ihn nutzt.


Die Musik selbst ist in der Art wie die vom Großmeister Jean Michel Jarre, wobei auch Einflüsse anderer klar zu erkennen waren, wie z.B. Vangelis oder Kitaro. Kebu verleiht seiner Musik aber sehr gute Beats und Basslinien und im Sound allgemein macht er da schon was eigenes, was auch einen Wiedererkennungswert hat. Die teilweise Nähe zu Trance gefällt mir sehr gut und macht seine Musik sehr lebendig. Kebu selbst mag auf den ersten Blick etwas nerdig erscheinen, jedoch in einer Art und Weise, die ihn absolut sympathisch macht. Seine Freude über das anwesende Publikum war spürbar echt.


Nach vielen Stücken aus seinen bisherigen zwei Alben ("To Jupiter and back" und "Perplexagon") spielte er in den Zugaben bekannte Titel - ganz in Kebu-Art, wie z.B. "Rendez-vous 4" von Jarre, "Le Parc" von Tangerine Dream oder Jan Hammers "Crockett's Theme". Über letzteres habe ich mich besonders gefreut, denn über dieses Stück bin ich mehr oder weniger zur elektronischen Musik gekommen - im Jahr 1988, als dieses zu einer Vorstellung im Zeiss-Planetarium in Jena lief.


Insgesamt war es etwas Musik "zum Hören" und viel Musik zum Bewegen. Tobi sagte noch, dass sowas eigentlich in Clubs aufgeführt werden sollte, weil da die Stimmung und Atmosphäre besser und lockerer ist und die Leute dazu definitiv tanzen würden. Und in Bezug auf die Nähe der Musik zu Trance und Techno stimme ich dem zu.

Tolle Musik! Ich hoffe, die Welt wird noch viel von Kebu hören!


Mittwoch, 22. März 2017

Like 1998 Talla 2XLC BDAY

Der letzte Samstag war eigentlich so geplant, dass ich abends mit Manu zur 90er Party in die "Fabrik" nach Bruchsal gehe. Darauf habe ich mich gefreut, denn 50 % der Musik, die da gespielt wird, mag ich. Nun hat mir aber schon am Tag zuvor Tobi geschrieben, dass er mit seinen Kumpels nach Offenbach in den "MTW Club" fahren will; dort sei eine recht gute Techno-Party. Er schickte mir den Flyer und ich war wie elektrisiert. Der legendäre DJ Talla 2XLC hatte Geburtstag und lud zur Party ein.

Ok, erstmal etwas Aufklärung. Tobi? Diesen technobegeisterten Karlsruher habe ich die Woche zuvor bei den Techno Classix im Karlsruher Nachtwerk kennengelernt. Talla 2XLC? Er war ein maßgeblicher Wegbereiter bei der Verbreitung von Techno und Trance in Deutschland und legte in so legendären Clubs wie dem Frankfurter "Dorian Gray" auf. Heute ist er Mitte 50, aber noch immer einer DER angesagtesten DJs - nicht nur in Deutschland.

Naja jedenfalls war ich nun über den ganzen Samstag hin- und hergerissen. Ganz subtil fragte ich bei Manu nach, wie sie sich denn fühlt (und damit indirekt, ob sie vielleicht keine Lust auf die 90er Party hätte ... ). Und Tobi versuchte, mich mit immer wieder neuen unwiderlegbaren Argumenten nach Offenbach zu bewegen. Ich bat dann einfach Manu, mir zu schreiben, dass sie auf die 90er Party keine Lust hätte - denn dann würde ich sie ja nicht versetzen 😇  Das tat sie dann auch. Und falls Du das hier liest, liebe Manu, ich habe es schwarz auf weiß: DU hattest keine Lust auf die 90er Party 😜

Also bin ich freudig erregt ins 140 km entfernte Offenbach (bei Frankfurt am Main) gedüst und war einer der ersten Gäste im MTW Club. Der erste DJ, LXD, legte schon beste Musik auf und es dauerte nicht lange, bewegten sich die ersten auf der Tanzfläche. Ich war diesmal etwas zögerlich, da ich noch allein war. Aber lange ging das nicht gut, irgendwann riss es mich mit. Während ich dann so ins Tanzen vertieft war, sprang mich plötzlich der mittlerweile eingetroffene Tobi an und freute sich riesig, dass ich da war. Die Party konnte nun also beginnen!


Als LXD fertig war, übergab er das Pult an das Geburtstagskind. Talla 2XLC legte viele der bekannten Klassiker auf. Auf der nun doch sehr vollen Tanzfläche gab es kein Halten mehr, die Stimmung konnte nicht besser sein. Das Motto der Party "Like 1998" machte seinem Namen alle Ehre. Nicht nur ich fühlte mich doch sehr in eine andere Zeit zurückversetzt. Dazu beigetragen hat auch die geniale Lasershow, die speziell nur für diesen Abend gemacht wurde.


Als Talla 2XLC nach 90 Minuten mit seinem Set fertig war, applaudierten wir ihm und es ging nahtlos mit Dumonde weiter, der uns die nächste Stunde nicht von der Tanzfläche ließ. Nach ihm wurde es lustig, denn er übergab an Woody van Eyden. Er ist ziemlich albern bei seinem Job und es machte wirklich Spaß, ihm zuzuschauen. Auch er brachte richtig gute Classix, toll.


Obwohl ich in dieser Nacht meinen Durst ausschließlich mit Cola RedBull gestillt habe, wurde ich nun müde und ich dachte an die 140 km lange Heimfahrt. Also verabschiedete ich mich, auch wenn mir die beiden nächsten DJs Scott Bond und Bluefire dabei entgingen. Gegen 5 Uhr morgens lag ich dann in meinem Bett - noch immer zappelig und den Sound im Ohr.


Trotz der wahnsinnig guten Beats machte sich bei mir hin und wieder etwas Melancholie breit, gar nicht negativ gesehen. Wir alle hatten damals, als diese Musik noch in vielen Clubs lief, eine sehr gute Zeit. Und wir alle sind 20 Jahre älter geworden. Die Musik ist jedoch geblieben und gibt uns auch heute noch - oder sogar noch mehr - einfach ein gutes Feeling. Und das Beste: Viele jüngere und junge sind von dieser Musik genauso begeistert wie wir damals - und heute!

Freitag, 3. Februar 2017

Can't stop raving

Seit einiger Zeit ist mein Samstag Abend wieder den Partys vorbehalten. Und das im Jahr 2017, nicht 1994! In Würde altern? Naja gut, noch bin ich nicht tot.

Aber tatsächlich ist es manchmal so wie damals, als ich samstags nach Jena ins "B 88" oder nach Chemnitz ins "Starlight" gefahren bin und zu Techno und Trance gefeiert habe. Nur heißen die Clubs jetzt "Monk Bar" oder "Fabrik". Im ersteren geht es eher gediegen zu, auch wenn schon mal bekannte DJs wie z.B. Mousse T. auflegen. So richtig Partystimmung gibt's dann aber in der Fabrik in Bruchsal zu den 80er und 90er Partys. Gegipfelt hat das ganze am letzten Samstag zu den "Techno Classics".

Manu und ich eröffneten mal wieder die Tanzfläche und ab da gab es für viele kein Halten mehr. Auch für uns. Musikalisch war es eine Zeitreise zurück in die besten 90er, als es in Berlin noch die Loveparade gab und man sich zur Musik wirklich bewegte und nicht nur blöd rumstand. Der DJ spielte sehr gut organisiert und mit ordentlichen Bässen die besten Hits der damals angesagten Genres der elektronischen Musik: Techno, Trance, Rave, Dream-House. Geschlagene 4,5 Stunden tanzte ich durch - nur unterbrochen von zwei kleinen Trinkpausen, die ich aus optischen Gründen sehr gern an der Bar verbrachte 😜


Wie schon damals hat diese Musik ja auch einen sozialen Effekt. Nicht anders war die Love Parade zu erklären. Gute Laune, die Menschen lachen und fühlen sich zusammengehörig. Auch an diesem Abend gab es nur wenige, die ein dummes Gesicht beim Tanzen machten. Alle haben dieses Feeling genossen.

Schade, dass diese Musik nicht mehr soooo angesagt ist - unsere heutige Zeit könnte sie gut gebrauchen. Und die Mega-Events, wie z.B. die "TimeWarp" in Mannheim, sind mir dann doch eine Spur zu groß und zu voll. Schön dass es aber diese Clubs gibt, die den Zeitgeist von damals aufleben lassen.


Sonntag, 15. Januar 2017

2016 ... in the flow

Zwar ist das neue Jahr schon 15 Tage alt, trotzdem will ich einen kleinen Blick auf das vergangene werfen. Es war ein Jahr, welches sich wie der Durchstieg einer 5er Kletterroute anfühlte - es war kein großes Jahr, aber eines mit schönen Erlebnissen und Momenten. Und es verging gefühlsmäßig schnell.

Natürlich stand auch 2016 ganz im Zeichen von Natur und Kletterei. Spontan machte ich im März ein paar Tage Wanderurlaub im Vogtland, an denen ich durch das Tal der Weißen Elster lief. Die letzte geplante Wanderung vom 30 km konnte ich jedoch auf Grund wirklich schlechten Wetters nicht machen, weshalb ich diese Strecke dann im Juni bei 30 Grad Hitze bewältigte.

Das erste "Wander-Großereignis" des Jahres fand schon fast traditionell im Mai gemeinsam mit Johnny statt. Der Eifelsteig stand auf dem Programm, jedoch nur der erste Teil mit einer Länge von 200 km in acht Etappen. Der zweite, etwas kürzere Teil, wird im Mai dieses Jahres folgen. Die Tour führte uns durch viele verschiedene Landschaften; auch aus geschichtlicher Sicht war sie interessant (ja, die Römer!). Danach ging's zusammen mit Marco in die spektakuläre Landschaft des Elbsandsteingebirges. Für Wanderer pure Schönheit, für kletterbegeisterte Wanderer ein Traum. Hier trafen wir uns mit Ralf, den ich beruflich schon seit vielen Jahren kenne. Mit ihm stiegen wir auf den Papststein und den Gohrisch. Hier durften wir eine Abendstimmung genießen, wie es sie nur selten gibt. Highlight dieses Urlaubs war zweifellos unsere Ballonfahrt über die Sächsische Schweiz.

Im September verbrachten wir 10 Tage im italienischen Verbania am Lago Maggiore. Es war schon eine etwas andere Welt - keine Hektik, nette Menschen, gutes Essen und eine atemberaubende Landschaft. Während Marco oftmals im Ort am Strand die gut aussehenden Italiener beobachtete, machte ich mich auf in eine der verlassensten Regionen der Alpen: dem Nationalpark Val Grande. Tiefe Schluchten, hohe Berge, satte Wälder, aufgegebene Dörfer, kaum Menschen und kein Mobilfunknetz. Eigentlich ist das purer Luxus! Selten konnte ich so durchatmen wie dort.

Die Zeit vor Weihnachten besuchten wir wie jedes Jahr meine Eltern und machten einige Weihnachtsmärkte in Mitteldeutschland unsicher: Erfurt, Leipzig, Zwickau, Freiberg, Chemnitz. Advent fühlt sich für mich dort anders an als hier, irgendwie ursprünglicher.

Musikalisch gab es natürlich auch Höhepunkte. An erster Stelle steht das Konzert in Frankfurt von Jean Michel Jarre, den ich sehr verehre. Diesmal gab es zwar keine Begrüßung mit Handschlag, dafür aber das beste Konzert, was ich je von ihm erlebt habe. Nicht ganz so berühmt wie Jarre ist Peter Seiler, ein Mannheimer Musiker. Zweimal durfte ich ihn live hören und sehen und mittlerweile bin ich der Vertreter der "Karlsruher Fanbase" (*augenzwinker*). Zwar wollte ich im Dezember noch auf ein Konzert der Pet Shop Boys, ebenfalls in Frankfurt, jedoch habe ich aus Wetter- und Verkehrsgründen die Fahrt nicht auf mich genommen. War wohl vernünftig.

Im Oktober hatte ich die Gelegenheit, exklusiv ein neues Community-Programm von komoot zu testen. Das war ganz spannend. Per Webcam beobachtete man mich, wie ich auf die neuen Funktionen reagiere und man war auch sehr an meiner Meinung und meinen Vorschlägen interessiert. Im Ergebnis dessen ist es nun so, dass bei komoot im Prinzip jeder Nutzer ein Pioneer werden kann, wenn er ausreichend Highlights und Infos zu bestimmten Regionen markiert und pflegt. Ich wäre das "Zünglein an der Waage", denn bei komoot war man sich nicht sicher, ob man das wirklich so machen solle. Ich befürwortete diese neue Funktion - auch wenn ich dadurch meinen Pioneer-Status in meinen bisherigen Regionen auf Grund starker Konkurrenz riskierte. Als kleines Dankeschön bekam ich ein komoot Pioneer-Shirt.

Zwischen diesen Ereignissen gab es natürlich immer wieder den Alltag. Im Job ganz gut gemeistert, auch wenn die Verantwortung nicht weniger geworden ist. Zum Glück gibt es da ja aber auch die Freizeit für meine Hobbys und die Zeit, die ich mit lieben Menschen verbringen kann. Klar - Wandern und Klettern, das ist mein Ausgleich. Und gerade beim Klettern lernt man viele Leute kennen, zu denen sich auch echte Freundschaften entwickeln. Erwähnen will ich hier die Manu (weil sie auch schon lange auf meinen Jahresrückblick wartet). Vertrauensvoll betreiben wir Sturztraining aus 16 Metern Höhe und im nächsten Augenblick lästern wir über schlecht sitzende Kleidung und deren Träger. Samstags gehen wir auf Partys und wenn die Musik gut ist, tanzen wir sogar. Aber auch meine erste Kletterpartnerin Moni will ich nicht mehr missen. Regelmäßig bezwingen wir die Vertikale und ihre großen Feste in ihrem Haus sind legendär. Und es gibt natürlich weitere Menschen, mit denen mir die Freundschaft viel wert ist! Ich denke da nur an die Abende bei Absinth und Räucherwerk oder Rotwein und guten Filmen.

So, nun ist doch eine ganze Reihe zusammen gekommen. Dann war das Jahr gar nicht so unspektakulär. Also doch keine 5er Route? :-)