Samstag, 16. Dezember 2017

Alison Moyet - "The Other Tour" in Karlsruhe

Mit ihrer unverwechselbaren Stimme ist sie für mich schon immer eine Ikone: Alison Moyet. Egal ob in den achtziger Jahren gemeinsam mit Vince Clarke als "Yazoo" oder in den Neunzigern Solo - nur wenige Künstlerinnen zeigten und zeigen sich meiner Meinung nach so ausdrucksstark. Sie war schon immer eher ein Insider-Tipp; sie wurde nie durch die Medien gepusht und den Erfolg den sie noch heute hat, ist einzig ihrem wirklichen Talent zuzuschreiben. Gestern Abend machte Alison Moyet auf ihrer "The Other Tour" auch Station im Substage in Karlsruhe. Prima, das ist nur 10 Gehminuten von mir entfernt.

Das Haus war offenbar ausverkauft. Das Publikum ab 35 Jahren aufwärts. Jüngere kennen diese großartige Sängerin wohl auch kaum. Pünktlich um 21 Uhr begann das Konzert in einem sehr dynamischen Sound. Zusammen mit ihren beiden Musikern betrat sie die Bühne. Ich war überrascht, wie gut sie aussah. Ich habe noch immer die Bilder aus den Neunzigern vor mir ... nun ja. Aber da vorn stand eine Persönlichkeit, eine "große Dame". Und das unterstrich sie ganz klar mit ihrer wunderbaren und kräftigen Stimme.


Mich irritierte aber etwas ihre Mimik. Ihr Gesicht zeigte ernste, ja fast böse Gesichtszüge, so als ob ihr das alles zu viel wäre. Und ihre beiden Musiker schauten auch sehr finster. Hinzu kam noch, dass sie bewusst den Blickkontakt mit einigen im Publikum suchte. Und da ich nun mal ziemlich groß bin, traf es des Öfteren auch mich. Mir war das ehrlich gesagt nicht geheuer und ich fühlte mich irgendwie schuldig. Also schaute ich sie einfach nicht mehr an. Doch nach dem Lied begrüßte sie erst einmal das Publikum, bedankte sich vielmals uns sagte, wie froh sie ist, dass so viele Gäste erschienen sind. Dabei lachte sie und zeigte sich durchaus von ihrer freundlichen Seite. Ok, jetzt habe auch ich es verstanden - es ist halt Show :-)


Ihre Mimik und auch ihre Bewegungen spielten beim weiteren Konzert neben Ihrem unvergleichlichen Gesang weiterhin eine wichtige Rolle. Auch das überraschte mich, denn als sie vor einigen Jahren nochmals zusammen mit Vince Clarke unterwegs war, las man über die Konzerte bezüglich Ihrer (Nicht-)Performance eher Enttäuschendes.

Von den Titeln her war es ein bunter Mix aus allen Jahren. Natürlich gab es ein paar sehr schöne neue Stücke vom aktuellen Album "Other". Noch mehr eingeschlagen sind aber ihre Hits aus den Achtzigern und Neunzigern, die alle modern arrangiert waren. Zu einigen Stücken erzählte sie etwas über deren Hintergrund. Und dabei zeigte sie sehr viel Humor bei Themen wie dem Alter und ihre eigene Vergangenheit.


Es ist schon ein gutes Gefühl, wenn eine Musikerin, deren Musik mich über die ganzen Jahre begleitet hat, live vor mir steht und man sieht, dass auch sie älter geworden ist und sie mit ihren Worten den Nerv des gesamten Publikums trifft. Als Künstlerin ist sie eine der wenigen Divas, als Mensch einfach nur sympathisch.

Danke für diesen bemerkenswerten Abend!


(Qualität bitte auf 1080p einstellen)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen