Donnerstag, 10. Februar 2011

Tiere essen?

Was ich als Selbstexperiment begonnen habe, ist in kurzer Zeit für mich zur Selbstverständlichkeit und Lebenseinstellung geworden: Der Verzicht auf Fleisch - oder drastischer - tote Tiere.

Schon seit meiner Kindheit bin ich ein ausgesprochener Tierfreund und in den letzten Jahren entwickelte sich dies zum aktiven Engagement für den Tierschutz. Der Tierschutz hat dabei viele Facetten, sei es nun die Quälerei bei unnötigen Tierversuchen oder aber die industrielle Massentierhaltung. Die meisten Menschen denken, dass sie als einzelne Person nichts dagegen tun können und schauen lieber weg. Andere wollen von dem Thema gar nichts wissen. Wenn man sich nun aber für den Tierschutz engagiert, sieht man, wie viele Möglichkeiten es gibt, Veränderungen zu bewirken. Zwangsläufig kommt man dabei auf das Thema "Tiere essen".

Warum soll ein Tier sterben, nur damit ich meinen Appetit stillen kann (von Hunger kann in unserer westlichen Welt eh keine Rede sein)? Wo kommen denn die Tiere her und vor allem, wie haben sie gelebt? Wenn man Berichte über Schlachthöfe (sog. "Fleischfabriken") liest, kann es einem nur schlecht werden. Nicht wegen den hygienischen Zuständen, nein, sondern vielmehr wegen dem unendlichen Leid der Tiere - Mitgeschöpfe, mit denen wir diesen Planeten teilen. Ich will hier auf Details verzichten, denn jeder kann sich im Internet selbst davon ein Bild machen.

Für mich persönlich ist es ein Verbrechen an der Natur, wie hier der Mensch handelt (wie bei so vielen anderen Dingen auch). Daher habe ich vor einiger Zeit entschieden, meinen Konsum von Fleisch und Wurst Stück für Stück zu reduzieren. Doch diese Ernährungsumstellung erfolgte viel schneller als ich dachte - ich habe sofort darauf verzichtet. Und wie geht es mir dabei? Sehr gut! Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass man fleischlos sehr gut leben kann - wenn nicht sogar gesünder, wenn man an Themen wie "Gammelfleisch", "Stopfleber" oder "Antibiotika" denkt. Der körperliche Faktor ist das eine. Doch auch mein Kopf ist viel unbeschwerter, wenn ich nun esse: Wegen mir soll kein Tier mehr sterben!

Bis jetzt konnte ich die vegetarische Ernährung konsequent umsetzen. Es wird aber sicher Siutationen geben, in denen ich z.B. von einer frischen Thüringer Bratwurst verlockt werde. Ich bin gespannt, wie ich damit umgehen werde ...

Und was ist mit Fisch? Diejenigen die mich kennen wissen: Fisch esse ist nicht! Und das war schon immer so.

Montag, 7. Februar 2011

Besuch in einem privaten Technikmuseum

Eher durch Zufall bin ich auf die Homepage von Herrn Richard Wirbatz aus Elsenz gestoßen. Herr Wirbatz betreibt in seinem Haus ein privates Technikmuseum. Nun bin ich nicht derjenige, der Museumsbesuche in seinem Blog erwähnt - aber dieser Besuch ist es mir sehr wert.

Sehr freundlich wurden wir von ihm und seiner Frau in seinem schönen Einfamilienhaus begrüßt und dann ging es auch schon die Stufen hinab in den Keller. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Vielzahl an Uhren vorbei, von denen uns Herr Wirbatz einige ganz besondere Exemplare detailliert vorstellte. Und dann waren wir mittendrin in einem Reich: Fotoapparate, Kameras, Glühlampen, Messgeräte, medizinische Geräte, Grammophone, Radios und einige Experimentalaufbauten für Anschauungszwecke. Einige Exponate führte er uns vor, zu anderen gab es spannende Geschichten zu erzählen. Nun bin ich selber technisch nicht ganz unbedarft - aber Herr Wirbatz hat Geräte, von denen ich noch nicht einmal was gehört habe! Das war ziemlich aufregend ...

Mein persönliches Highlight kam aber noch. In einem separaten Kellerraum musste er den Fußboden tieferlegen, damit es dort reinpasst: Ein Gestellrahmen mit Hebdrehwählern aus einer Vermittlungsstelle - voll funktionsfähig natürlich! Mit allem, was dazugehört: Ruf- und Signalmaschine, Zeitansage, Prüfeinrichtungen, Hauptverteiler usw. Daran angeschlossen waren einzelne Telefone sowie ca. zehn Telefon- bzw. Nebenstellenanlagen - auch alle funktionsfähig. Zum Betrieb der Anlage stehen 30 60-Volt-Zellen zur Verfügung, die ständig aufgeladen werden. Diese Zellen liefern jedoch nicht nur die Energie für die Vermittlungsstelle, sondern über entsprechende Umformer auch für das gesamte Haus, sofern einmal Stromausfall sein sollte. Das ist schon verrückt ... und Herr Wirbatz erläuterte uns dies alles sehr stolz und auch mit einem kleinen Lachen über sich und sein Hobby.

Nach der knapp zweistündigen Führung wurden wir noch ins Wohnzimmer eingeladen. Seine Frau und er erzählten uns einiges aus ihrem Leben - und das war dann wirklich spannend. Ich hätte gern noch viel länger zugehört, jedoch mussten wir wieder nach Karlsruhe zurück.

Der Besuch hat bei mir einen doch recht nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Mit wie viel Engagement und Genauigkeit Herr Wirbatz sein Hobby betreibt, kann man nur anerkennen. Und vor dem Leben und Geschichten von ihm und seiner Frau habe ich wirklich Respekt.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Schillers Klangwelten - Elektronik pur

Es war mal wieder so weit: Schiller (Christopher von Deylen) bot seine Künste den geneigten Fans dar. Diesmal im Konzerthaus Karlsruhe, was für mich ein Heimspiel war, denn ich konnte bequem zu Fuß hingehen.

Das Konzert stand unter dem Motto "Klangwelten - Elektronik pur" und wenn man den Ankündigungen glauben durfte, sollte es etwas ganz besonderes werden. Und das begann schon mit der Location, denn das Konzerthaus ist ein recht ehrwürdiges Gebäude - wenn nicht das traditionsreichste in Karlsruhe. Und dass hier keine oppulenten Popkonzerte stattfinden, spricht für das Haus und für den Abend insgesamt.

Auf der Bühne nur vier Künstler: Christopher, Christian (Synthies), Cliff und Ralf (beide E-Drums). Es war dort also wirklich nur rein elektronisches Instrumentarium aufgefahren, was ich von meiner mittigen Sitzposition in der vierten Reihe problemlos erkennen konnte. Sängerinnen oder Sänger gab es auch nicht, die einzigen Stimmen kamen vom Sampler. Da - laut Ankündigungen - Schiller an diesem Abend einen Querschnitt seiner Werke geben und Stücke spielen würde, die ihm selbst am Herzen liegen, sollte dies dann bedeuten, dass die sonst gesungenen Stücke instrumental vorgetragen werden? Das wäre ja gigantisch, denn ich habe noch die Instrumentalversion von "Dream of you" der Sehnsucht-Tour in den Ohren. Und diese Version war bombastisch!

Im ersten Teil des Konzertes wurden überwiegend Stücke seines letzten Albums "Atemlos" gespielt, darunter auch zwei oder drei ältere Stücke. Die Musiker auf der Bühne wollten keine ausgelassene gute Laune verbreiten, sondern einfach eine Zuhör-Atmosphäre schaffen. Und das ist ihnen auch gelungen. Die Stücke waren alle nicht sehr "poppig" arrangiert und auch mit Lichteffekten wurde zunächst sparsam umgegangen.

Nach ca. einer Stunde gab es - wie überraschend - eine Pause von 15 Minuten. Danach ging es weiter mit älteren Stücken und wohl auch zwei neuen Stücken - oder sie waren so um-arrangiert, dass ich sie beim besten Willen nicht erkennen konnte. Schön waren sie allemal. Mein persönliches Highlight war das letzte Stück vor den Zugaben: "Das Glockenspiel". Diese Version war grandios! Drückende, fette Bässe und wirklich "bösartige" Synthiesounds - wow! Das gefiel nicht nur mir, sondern der ganze Saal tobte und die Rufe nach Zugaben waren den Künstlern damit gesichert.

Obwohl in der Tat einige sonst gesungene Stücke instrumental arrangiert und präsentiert wurden, habe ich persönlich die Klassiker "Dream of you" und "I feel you" vermisst. Ich denke, so etwas will das Publikum hören. Aber auch wenn nicht alle Klassiker gespielt wurden, so war es doch wieder ein schöner Schiller-Abend in einem wunderschönen Ambiente, welches nach gut zwei Stunden sein Publikum wieder in die Karlsruher Kälte entließ.