Dienstag, 31. Dezember 2013

Tschüss 2013!

Irgendwie bin ich ja froh, dass das Jahr 2013 nun zu Ende geht. Ich will nich sagen, dass es ein schlechtes Jahr war. Aber es war doch geprägt durch die Probleme mit meinem Rücken und darin mündend zwei Krankenhausaufenthalten mit Bandscheiben-OP. Und wäre das nicht schon blöd genug, war das Timing perfekt: Einmal über Ostern und dann während unseres geplanten Weihnachtsurlaubes (der natürlich ins Wasser fiel) und im Nachgang dazu noch einmal "on top" über die Weihnachtsfeiertage. Ach ja, damit waren es dann drei Krankenhausaufenthalte. Naja, nun scheint wohl alles wieder in Ordnung zu sein, auch wenn ich ab und zu noch "aua" sagen muss. "Das vergeht", sagte man mir.

Das Jahr bestand aber nicht nur aus diesem Thema - zum Glück! Es gab viel Natur, die es zu erwandern galt. Sei es ein Tagesausflug irgendwo in die Nähe oder die Urlaube in Zell am See und im Thüringer Wald, wobei letzterer eher verregnet war. Zell am See kannte ich noch nicht und umso spannender war es, die Gegend zu erkunden. Bergwandern auf über 2.000 m Höhe ist schon toll, solange der Schnee nicht den Weg versperrt. Zum Großglockner war es dann zu Fuß aber etwas weit. Außerdem befährt man die Hochalpenstraße doch lieber mit dem Auto. Thüringer Wald war dann auch ok, wenn man sich der Witterung angepasst hat. Dafür gabs noch drei Tage im herbstlichen Hochschwarzwald mit einer sehr anstrengenden Wanderung auf dem Turmpfad.

Kulturell-musikalisch gab es drei Ereignisse, die es zu erwähnen wert sind. Zwei davon sind fast schon obligatorisch: Schillers Klangwelten im Karlsruher Konzerthaus und "Paule" POND im Theater Wechselbad in Dresden. Sehr spontan entschied ich mich, zum Silly-Konzert nach Mannheim zu gehen. Silly habe ich erst im Herbst so richtig entdeckt, auch wenn ich schon seit meiner Jugend um die Existenz wusste. Den Grund für diese Ignoranz kenne ich selbst nicht; vielleicht weil es eben eine DDR-Gruppe war und ich die DDR-Musik nicht wirklich mochte (komisch, POND mochte ich ja auch schon immer ...).

Auch in diesem Jahr habe ich wieder einiges gelernt. Über die Vergangenheit, über Freunde, über Lebenseinstellungen - über das Leben insgesamt. Und das ist doch in jedem Fall ein Gewinn!


Mittwoch, 19. Juni 2013

Cowboy

Mal wieder bin ich für zwei Tage beruflich in Dresden und ich habe das Gefühl, dass ich mich hier in Sachsen heimischer fühle als nirgendwo anders auf der Welt. Klar, wo man herkommt, vergisst man nicht und man wird immer eine Bindung zu den Wurzeln haben. Da kann das derzeitige Leben noch so perfekt und toll sein. Als ich gestern durch einige Orte hier gefahren bin, dachte ich zurück an die hier verbrachten 27 Jahre. An Menschen, die in mein Leben traten und es wieder verließen oder noch immer in meinem Leben sind, an glückliche und traurige Momente. Im Auto lief gerade das Album "Cowboy" von Erasure, welches ich damals rauf und runter hörte - in meiner ersten eigenen Wohnung. Irgendwie fühlte ich mich wie damals. Und wieder einmal sind mir die Unterschiede aufgefallen, wie man hier miteinander umgeht und ich vermute, dass ich in den 13 Jahren in Karlsruhe es noch immer nicht geschafft habe, mit der unterkühlten Art vieler Menschen (nein, nicht alle) dort umzugehen. Da stellt man auch schon mal manche Entscheidungen, die man getroffen hat, in Frage - auch wenn ich bisher das Leben immer so genommen habe, wie es gekommen ist und ich nicht frage 'was wäre wenn'.

"Through the foreign oceans, underneath the seas ...."

Naja, ich werde mich mal wieder auf mein derzeitiges Leben konzentieren ...

Sonntag, 26. Mai 2013

Wandern im Hochgebirge und atemberaubende Landschaften

Unser diesjähriger Frühlingsurlaub im Mai sollte wieder in die Berge gehen. Diesmal haben wir uns für Zell am See in Österreich entschieden. Eigentlich ist die Gegend bekannt für hervorragende Wintersportbedingungen. Aber auch zum Wandern soll es wohl viele Möglichkeiten geben. Doch bevor ich weiterschreibe, hier zunächst einmal dieses beeindruckende Panorama vom höchsten Berg im Land Salzburg, dem Kitzsteinhorn:


Solche Landschaften sollten uns nun die ganzen Tage begleiten - was für tolle Aussichten! Aber auch der Blick vom Balkon des Hotels war immer wieder sehenswert. Direkt am See gelegen, konnte man zum Kitzsteinhorn und zur Schmittenhöhe oberhalb von Zell schauen Vorausgesetzt, die Berge lagen nicht im Nebel.


Bevor es uns aber auf die Berge zog, begannen wir ganz harmlos mit einem Rundgang durch Salzburg. Das Wetter war an diesem Tag eher nass und die Stadt wirkte nicht sonderlich schön. Vielleicht lag es daran, dass ich mit dieser Stadt nicht wirklich viel anfangen konnte. Viel schöner war es dann auf Gut Aiderbichl. Ja, genau das, was man immer zu Weihnachten im Fernsehen sieht. Auch wenn ich das ganze ein klein wenig kritisch sehe (es gibt hunderte Tierheime und Gnadenhöfe, die ringen um jeden Cent und hier hat man praktisch Luxus), so ist es doch bemerkenswert, was die Menschen für die Tiere tun. Und ganz lecker war der Soja-Gulasch, den es dort gab. Allein das ist ein Grund, wieder einmal hinzufahren.


Doch nun hinauf auf die Berge! Unsere erste Tour ging hinauf auf den Plettsauberg oberhalb von Zell; nicht ganz so hoch wie die Schmittenhöhe. Hochgebirge war das natürlich noch nicht, aber trotzdem anspruchsvoll und vor allem wunderschön. Die 14 Kilometer schafften wir in vier Stunden. Die Höhenunterschiede kann man leicht unterschätzen. Bei dieser Tour ging es knapp 900 Meter auf 1.327 Meter bergauf - und auch wieder bergab.


Um das schöne Wetter noch richtig auszunutzen, entschieden wir uns an diesem Tag noch für eine Fahrt auf das Kitzsteinhorn. Dabei mussten wir zweimal die Bergbahnen wechseln und je höher wir kamen, umso mehr Schnee lag da noch und - wie überraschend - viele Leute fuhren da oben Ski. Die strahlende Sonne und der Schnee sorgten dann auch noch für einen kleinen Sonnebrand bei mir. Und noch eine angenehme Überraschung: Es gab da oben auf dem Berg kostenlos W-LAN; wie wir im Laufe der Tage feststellten, eine Selbstversändlichkeit an vielen öffentlichen Orten.



Wir bleiben in Hochgebirgsstimmung. Eine Herausforderung für Mensch und Auto ist die Großglockner-Hochalpenstraße. In vielen Serpentinen und ständigen Steigungen geht es auf dieser mautpflichtigen Straße in Richtung Großglockner. Am Ziel sollte man eigentlich den 3.798 Meter hohen Berggipfel sehen, aber der versteckte sich leider in den Wolken. Doch alles andere war ein sehr lohnenswertes kleines Abenteuer, bei dem ich offenbar die falsche Kleidung trug.



Ein weniger hoher Berg ist der Maiskogel bei Kaprun, den man mit einer uralten Seilbahn erreichen kann. Oben gibt es eine richtig gemütliche Almhütte mit Tieren, so wie man sich das vielleicht vorstellt. Klar, was macht man nicht alles für die Touristen.


Unsere nächste Wandertour machten wir in Fieberbrunn. Ebenfalls ein Wintersportgebiet, etwas abgelegen, aber auch in einer sehr schönen Landschaft.


Diese 12 Kilometer waren ganz moderat und überhaupt nicht zu vergleichen mit den nur 10 Kilometern im Hochgebirge. Bei dieser Hochgebirgstour starteten wir von der Schmittenhöhe oberhalb von Zell, die wir mit der Seilbahn erreichten. Es ging ein starker Wind und wirklich warm war es auch nicht.  Allerdings wussten wir anfangs nicht, was uns erwartete. Lediglich die vorher mit komoot geplante Streckenführung war bekannt. Ziel war der Maurerkogel auf 2.083 Metern Höhe. Diesen erreichten wir auch, wenn auch nicht immer auf den vorgesehenen Pfaden. Schnee und Wasser versperrten uns nicht nur einmal den Weg.


Das Gipfelkreuz erreichten wir trotz diesen Hindernissen. Der Heimweg war dann genau so voller Überraschungen und beim Zurückschauen erschien doch so mancher Pfad als recht gefährlich.


Neben diesen Highlights verbrachten wir natürlich auch ganz normale Tage. Das Wetter spielte zum größten Teil mit, auch wenn wir alle Arten Kleidung von T-Shirt und kurzer Hose bis hin zu sturmsicherer Jacke brauchten. Der Mai ist in diesem Gebiet weder Sommer- noch Wintersaison. Daher  waren auch viele Bergbahnen, Almhütten aber auch die sehenswerten Hochgebirgsstauseen bei Kaprun noch nicht geöffnet. Trotzdem wussten wir die Tage sinnvoll zu nutzen.

Und mein Rücken? Ich hatte ja vor sechs Wochen eine Bandscheiben-OP und es war nicht wirklich klar, ob dieser Urlaub wie geplant stattfinden kann. Das anstrengende Wandern mit den vielen Steigungen und Gefällen verlangte viel Kraft und Gleichgewicht. Und das war wohl das beste Training, um wieder fit zu werden - besser als jede Reha. Dann kann es ja in den Wandersommer 2013 gehen, wenn es nicht dauernd regnen würde ....